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Tantramassage ist keine Sexdienstleistung im Sinne des ProstSchG

In einem aktuellen Urteil* behauptet das Verwaltungsgericht DĂŒsseldorf, dass Tantramassage unter die Regelungen des ProstSchG fallen soll. Dies wird laut Pressmitteilung des Gerichts primĂ€r mit dem Schutz der beteiligten Personen vor Geschlechtskrankheiten begrĂŒndet.

Eine befreundete Ärztin fragte wieso? Es gibt keinen Schleimhautkontakt in der Tantramassage! Im ProstSchG und den BegrĂŒndungen**, Kommentaren und Anhörungen im Bundestag taucht Infektionsschutz nur bei der Kondompflicht auf. Tantramassage hat aber mit Kondomen nichts zu tun. Der Kern dieses Gesetzes ist der Schutz von Prostituierten und die ordnungsrechtliche Regelung dieser Branche, aber nicht der Infektionsschutz.

Die Schwarz-Weiß Regelung, nach der Tantramassage nur von staatlich registrierten Prostituierten ausgefĂŒhrt werden soll, fĂŒhrt zu Nachteilen fĂŒr sexuell traumatisierte und heilungsbedĂŒrftigen Menschen, die nicht so ohne weiteres in die Sex-Branche verwiesen werden sollten.

Auch wenn bei Google unter dem Stichwort „Tantramassage“ ĂŒberwiegend Sexdienstleistungen angeboten werden, ist laut Familienministerium eine EinzelfallprĂŒfung vorgesehene. In meiner Praxis gibt es kein SchutzbedĂŒrfnis oder ordnungsrechtlichen Regelungsbedarf fĂŒr meine psychotherapeutische Heilpraktiker-Praxis. Ob Tantramassage eine Sexdienstleistung ist, oder nicht, darĂŒber kann man streiten. Aber seriöse Tantramassage ist keine „Sexdienstleistung im Sinne des ProstSchG“, weil seriöse Tantramassage nichts mit dem Schutzzweck des ProstSchG zu tun hat. Ich habe ĂŒber 1 Jahr im „Arbeitskreis Sexarbeit“, der vom Gesundheitsamt Leipzig initiiert wurde, mitgemacht. Mit den Problemen der Sexarbeiter:innen habe und hatte ich nie Kontakt. Eine restriktive Sichtweise auf Tantramassage, wie sie das Verwaltungsgericht DĂŒsseldorf vertritt, wĂŒrde zur Schließung meiner Praxis fĂŒhren, obwohl hier ĂŒberwiegend Frauen mit Heilungsabsicht zur sexualtherapeutischen Beratung und zur Tantramassage kommen. Es spricht einiges dafĂŒr, dass der Gesetzgeber zukĂŒnftig, durch ein Sexarbeiter:innen Gesetz, einen differenzierteren Umgang mit der sexuellen Kultur ermöglichen sollte.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Es wird voraussichtlich eine Revison des Urteils geben. In einer Zeit, in der kulturelle und demokratische Gepflogenheiten allgemein durch Infektionsschutz unter die RĂ€der kommen, sollten wir darauf achten, nicht diesem Zeitgeist zu folgen. Der Tantramassageverband tritt dafĂŒr ein, dass seriöse Tantramassage auch weiterhin nicht unter die restriktiven Bestimmungen des ProstSchG fallen wird. Es bleibt zu hoffen.

* Siehe Az.: 29 K 8461/18 vom 17.11.21
**siehe Bundestagsdrucksache 18/8556

Tantra-Rundbrief 34 – 9/2021

Liebe Tantrika und Freunde in und um Leipzig,

ich hoffe, ihr nutzt den Sommer fĂŒr nĂ€hrende und erbauliche Kontakte. Ich konnte die sĂŒdfranzösischen Alpen genießen und wurde glĂŒcklicher Weise auch an keiner Grenze angehalten. Das war fĂŒr mich auch ein Vertrauen schaffendes Erlebnis.

Ich erlebe in letzter Zeit ein starkes BedĂŒrfnis nach Zugehörigkeit zu Gleichgesinnten. Leider scheint das gerade schwieriger zu werden. Im Rahmen der Angst-Krise des letzten Jahres sind wir kritischer und empfindlicher geworden. Immerhin wurde uns oft suggeriert, das Kontakte â€œĂŒber Leben und Tod” entscheiden können. Angst polarisiert. Die geschĂŒrte Angst zu ĂŒberwinden braucht Vertrauen. Wie können wir Selbstvertrauen und Mut stĂ€rken? Dazu wĂŒrde ich gerne mehr Antworten liefern, aber zur Zeit tauchen mehr Fragen auf. Immerhin kann ich euch Antworten liefern, was wann wo in tantrischer Hinsicht geplant ist. 

Vor allem der Einsteigerkurs ĂŒber 10 Wochen ist ein großes Herzensanliegen, weil darin lokale Gemeinschaft gelebt wird, die weiter tragen kann. Die gewonnene Selbsterfahrung ist gute Basis fĂŒr weitere Selbstverwirklichung. 

Weiter kann ich immer wieder individuelle Tantramassage-Kurse fĂŒr Paare nach Vereinbarung  empfehlen, wo auf die Persönlichen BedĂŒrfnisse tief eingegangen werden kann. Hier erlebe ich immer wieder Heilungsprozesse.

Nachrichten

Roland Becker, der seit langem mit seiner Lebendigkeit in der Leipziger Tantra-Szene dabei war und in den letzten Jahren mit Hella immer wieder die Freunde der Tantramassage eingeladen hat, ist am 2. MĂ€rz im Alter von 81 Jahren verstorben.

Die Tantramassage-Treffen, zu denen Roland und Hella in den letzten Jahren hier in Leipzig eingeladen haben, werden von Hella Holter mit UnterstĂŒtzung durch Stefan Rohloff weiter gefĂŒhrt. Wer Interesse hat, kann sich auf den Verteiler von Hella setzen lassen.

NEUANFANG – NEUE WEGE: SĂ€he jeden Tag Samen des Lichts, der Hoffnung und der Liebe. Die BeFree-Abende, zu denen Kristin, Cornelia und Stefan als Assistenten von Regina Heckert seit 2013 in Leipzig eingeladen haben, werden von Stefan und Hella Titel Capella-Abende weiter gefĂŒhrt. Wer Interesse hat, kann sich an Stefan (capella.leipzig@gmail.com) wenden, um auf den Verteiler aufgenommen zu werden.

Helfried Siegel (mein Namensvetter) sucht Interessenten fĂŒr ein Wohn- und Projekthaus, weil er eine interessante Immobilie (ehem. Jugendherberge bei Dahlen) im Auge hat. Er bittet mich, das weiter zu leiten. Meldet euch bei he-sie@posteo.de

Claudia Hoffmann lĂ€dt ein zu Workshops „Abgrenzen und Nehmen können, Übungsgruppe zu persönlichen Grenzen mit Übungen des Wheel of Consent“ ab 22.9.

Anjoka ist nach Hamburg gezogen. Der Weg-des-Tantra fĂŒhrt sie woanders hin.

Das Anukan-Seminarzentrum wird auch wirtschaftlich gebeutelt. Katrin Laux schreibt in ihrem letztn Rundbrief „Aufgeben oder kĂ€mpfen? Beides fĂŒhlte sich nicht richtig an. … die Kunst des Gebetes: Nicht wĂŒnschen und bitten, sondern visualisieren und dankbar sein.“ Und dann kamen wunderbare Ideen und Menschen, die sie finanziell unterstĂŒtzen.

Klaus Sadadasa sucht fĂŒr sein Devapujana-Tantra ein kleines Seminarhaus zum Kauf oder Pachten mit mindestens 60 mÂČ Gruppenraum und ist dankbar fĂŒr Hinweise und evtl. Mitstreiter. Nachrichten an sadadasa@devapujana.de 

Buchtip

TatsĂ€chlich gab der Mangel an Veranstaltungen im letzten Jahr mehr Zeit zum lesen. 

Interessant war fĂŒr mich, gerade in schwierigen Zeiten, immer wieder in der Bhagavat-Gita zu lesen. Eine zeitgemĂ€ĂŸe Version fĂŒr westliche Leser bietet Jack Hawley (2001), ĂŒbersetzt ins Deutsche und im Goldmann-Verlag erschienen. Im Gegensatz zu Sanskrit-nahen ArbeitsbĂŒchern der Yogalehrer-Ausbildung lĂ€sst sie sich flĂŒssig lesen und bietet moderne inspiration. Ich habe mich wĂ€hrend der diversen Corona-Demos in Arjuna wieder gefunden. Die Hauptfigur steht auf dem Schlachtfeld zwischen den Fronten, wo auf beiden Seiten Freunde und Verwandte zum Kampf bereit gegenĂŒber stehen, und Krisha erklĂ€rt ihm seinen inneren Frieden zu finden.

Ganz im Gegensatz zu diesem inneren Frieden rĂŒttelt ein anderes Buch auf. Ich teile hier mit euch BĂŒcher, die ich lese und die ich fĂŒr eine friedliche und liebevolle Welt fĂŒr wichtig halte, auch wenn sie nichts mit Tantra zu tun haben. “Wer schĂŒtzt die Welt vor den Finanzkonzernen” von Jens Berger (2018), beschreibt detailliert und gut recherchiert die MachtfĂŒlle der Finanzelite und wie ihre gut geschmierten Netzwerke es geschafft haben, die Finanzwirtschaft der demokratischen Kontrolle weitgehend zu entziehen, obwohl dieser Wirtschaftsbereich die Welt schon mehrfach nahe an den Abgrund gefĂŒhrt hat. Hier gibt es keine Verschwörungsmythen, sondern reale Geschichte. Dieses Buch ist schwierig fĂŒr mich, da es meine Ohnmacht gegenĂŒber den großen Ungerechtigkeiten vor Augen fĂŒhrt, und ich andererseits die Augen auch nicht vor der RealitĂ€t verschließen mag. In meinem Umfeld habe ich viel mit ganz lieben Menschen zu tun. Gleichzeitig fĂŒhle ich in mir aber auch den Anteil eines friedlichen Kriegers, der angesichts gefĂ€hrlicher gesellschaftlicher Entwicklungen wach gerufen wird, und die inneren Konflikte wie Arjuna (siehe oben) lösen muss. 

Meinung

Die folgenden Zeilen sind Ergebnis vieler Gedanken die mich beschĂ€ftigen. Sie haben nicht direkt mit Tantra zu tun. Bitte ĂŒberspringen, falls du nur zu Tantra lesen magst. Ich persönlich vertrete ein Bild, dass Tantra eine ganzheitliche Weltanschauung ist, und auch zu tagesaktuellen gesellschaftlichen Themen Meinungen erarbeitet werden sollten.

Die geschĂŒrte Angst in der Corona-Pandemie trĂ€gt ihre FrĂŒchte. In meiner Wahrnehmung ist die zersetzende Wirkung zunehmend zu spĂŒren. Nach eineinhalb Jahren geschĂŒrter Angst vor Krankheit, Armut oder Repression gehen vielen die KrĂ€fte aus, sich gegen „Unsinn“ zu wehren. RĂŒckzug ist die Folge. Zuhören und aufeinander Zugehen ist sehr wichtig ist. Aber was soll ich machen? Was, wenn ich zuhöre, und das Gesagte (meines erachtens) sachlich falsch ist, oder die Relationen völlig verschoben sind? Ich plĂ€diere fĂŒr sachliche Argumente.

„Du wirst schon sehen“, „Ein Infektionsrisiko ist nicht ausgeschlossen“, … Wenn diffuse Andeutungen als Drohung emotional aufgeladen werden oder als BegrĂŒndung fĂŒr autoritĂ€re Strukturen herangezogen, sollten wir aktiv gegensteuern. Manchmal denke ich: „Das SchĂŒren von diffusen Ängsten sollte zum Straftatbestand gemacht werden!“ Nicht im rechtlichen Sinne, aber gesellschaftlich geĂ€chtet. Wer von Gefahren spricht, sollte sie konkret benennen. Nur so können wir lernen, mit Gefahren umzugehen. Das gilt nicht nur fĂŒr Kinder. 

Nachdem die bĂŒrgerliche Presse uns monatelang mit Corona-Todesstatistiken bombardiert hat, kommen nun Impfkritiker mit angeblichen Todesgefahren, die noch deutlich schlechter nachvollziehbar sind, als die Daten der Infektions-Hysteriker. In einer gesellschaftlichen Pendelbewegung haben in letzter Zeit die „Mahner und Warner“ Oberwasser. Die mutigen werden ausgebeutet oder verunglimpft. Ich hĂ€tte gerne einen treffenden aber sympatischen Sammelbegriff fĂŒr diejenigen, die angesichts einer mittelmĂ€ĂŸig gefĂ€hrlichen Krankheit das Leben still legen wollen. Wie sollen wir die Leute nennen, die es richtig finden, das mit vielen Tausend Euro öffentlichen und privaten Aufwand ein Ÿ Jahr keine Yogakurse stattfinden, obwohl Yoga genau das bietet, was wir in der Corona-Krise brauchen: StĂ€rkung des Immunsystems und Gelassenheit bei Stress?

Weitere Meinungen blogg ich auf www.kulturtempel.de. Ich finde Wahlen z.B. wichtig. Ich sehe Gefahren in der Machtkonzentration großer Finanzkonzerne. Die politische Arena ist ein RaubtierkĂ€fig. Ein anarchistischer Umgang mit Gottheiten kann helfen. 

und sonst? 

Ich hoffe, das du persönlich in deiner tĂ€glichen spirituellen Praxis (sadhana) eine Kraftquelle gefunden hast. Ich wĂŒnsche dir GlĂŒck und Zufriedenheit. Möge dein MitgefĂŒhl sich erweitern und Mut und Tatkraft bringen. 

NamastĂ© – Ich grĂŒĂŸe das Göttliche in dir. Helfried

Tantra-Rundbrief 33 – 3/2021

Liebe Tantrika und Freunde in und um Leipzig,

gerade nach  langem „sozial distancing“ ist Gemeinschaft fĂŒr die Seele wichtig. In dieser gesellschaftlich schwierigen Zeit zeigt sich der Wert von guten sozialen Beziehungen, Freundeskreisen und Gruppen. So konnten wir im Rahmen unserer Sangha „unter dem Radar“ etwas gegen Einsamkeit machen. Kommerzielle Angebote sind viel empfindlicher von der Coronaschutzverordnung bedroht. Ich habe dennoch meine Ansage wahr gemacht, und ab MĂ€rz ein wunderschönes Tantra-Einsteiger-Seminar veranstaltet und der nĂ€chste Massage-Kurs ist auch schon ausgebucht. Meine Angst vor Repression ist real, aber auch die Überzeugung, das wir uns weder von einer mittelmĂ€ĂŸig gefĂ€hrlichen Krankheit, noch von einer autoritĂ€ren Regierunsverordnung klein kriegen lassen. Wir haben uns Schnelltest besorgt und am Anfang des Seminars alle getestet und dann entspannte Zeit gehabt. Am Anfang (vor den Tests) war die Stimmung jedes mal etwas komisch. Vor der geschĂŒrten Angst, dass alle Menschen als „giftig“ angesehen werden (bis ein „offiziell anerkannter“ Test das Gegenteil sagt), können wir uns auch nicht gĂ€nzlich verschließen, aber nach etwas Zeit fĂŒhlt es sich in der Gruppe wieder normal und gesund an. Ich schreibe das, weil ich zur Nachahmung anregen möchte. Bei den aktuellen (in Leipzig moderaten) Inzidenzen, halte ich unser (illegales) Verhalten auch fĂŒr vertretbar und wĂŒrde einen Rechtsstreit ĂŒber die Angemessenheit von Bußgeldern ins Auge sehen (mit ungewissem Ausgang).

Das bringt mich zu dem Punkt, fĂŒr unseren kommenden Tantra-Mittelstufe-Kurs (T2, siehe Webseite) zu werben. …

Nach dem letzten Rundbrief bittet Sandy Seidel darum, ĂŒber ihre Access Consciousness-Arbeit zu berichten. Sie gibt Tageskurse in Access Bars und Access Facelift. Siehe www.tantracoaching-in.de

Tantra Rundbrief 32b – 2/2021

Liebe Tantrika und Freunde in und um Leipzig,

jetzt steht der FrĂŒhling vor der TĂŒr und ich hoffe, es geht dir gut. Ich konnte in diesem Lockdown meine tĂ€gliche persönliche spirituelle Praxis intensivieren, aber so langsam reicht es mit „social distancing“. Eine gute Nachricht sehe ich darin, dass ganz allgemein Pandemien epidemiologisch oder durch soziale Entscheidung beendet werden. Da wir den Virus nicht einfangen können, ist es an der Zeit, sozial zu entscheiden. Zumal die Coronakurve zum FrĂŒhjahr hin abflauen wird –  wie die Grippewelle. Wir sollten den Sommer nutzen, das echte Leben zu genießen und die TragfĂ€higkeit unserer Beziehungen stĂ€rken. Der nĂ€chste Winter kommt bestimmt. Ich beschließe ab MĂ€rz wieder Gruppe zu erleben. 

Der folgende Rundbrief ist wieder etwas lĂ€nger geworden. Ich versuche die SchlĂŒsselworte Fett hervorzuheben, falls du den Text ĂŒberfliegen möchtest. Es geht um unsere Veranstaltungen, Liebe StĂ€rken, Leben und Sterben, Gesellschaft und eine Buchrezension.

FĂŒr unserer Einsteiger-Wochenende vom 12.-14.3. haben sich bisher 5 Teilnehmer verbindlich angemeldet. Wir werden eine kleine Gruppe, aber es sind noch PlĂ€tze frei. Corona-Bedingungen? Falls der Kurs verboten wird, sprechen wir miteinander und suchen evtl. nach einem anderen Termin. Falls du da nicht kannst, bekommst du dein Geld zurĂŒck. Falls das allgemeine Infektionsgeschehen es empfiehlt, bieten wir vor Beginn des Seminares einen Corona-Schnelltest fĂŒr 11€ vor Ort an. 

Das gleiche gilt fĂŒr unsere Massage-Wochenende M1 am 9.-11.4. und den Mittelstufe-Kurs T2, wo wir uns ab 12.4. ĂŒber 12 Wochen regelmĂ€ĂŸig sehen und intensive Gemeinschaft in der Stadt aufbauen. Ein Ziel ist damit auch, tantrische Gemeinschaften auf Gegenseitigkeit vor Ort zu fördern.

Ganz besonder freue ich mich, mit Johannes Bönig hier in Leipzig einen erfahrenen Tantriker kennen gelernt zu haben. Er gibt am 23.-25.4. eine EinfĂŒhrung in traditionelles Tantra

Seit dem letzten Rundbrief konnte ich zwei Paarseminare geben, wie beworben. Es lohnt sich. Die Themen sind auch nicht auf Massage begrenzt, sondern beziehen Paardynamik und SpiritualitĂ€t ein, wie ihr es wĂŒnscht.  

Tantra-Termine

Im Tantra-Kalender sind gerade nur wenige Termine eingetragen, da alle Anbieter mit Unsicherheit zu kÀmpfen haben. Schau auf deren Seiten, die hier zusammengefasst sind.

Von anderen, kleineren Anbietern habe ich aktuell wenig gehört. Falls dein Angebot hier nicht genannt ist, schreib mir, was auf der Tantrazentrum-Webseite stehen sollte. FĂŒr diesen Sommer gibt es sicher wieder ein breites, lebendiges Angebot.

Liebe stÀrken?

Mit dem letzten Rundbrief hatte ich aufgerufen, Ideen zur StĂ€rkung der Liebe zu sammeln. Darauf habe ich einige RĂŒckmeldungen bekommen. Hilfreich ist auf jeden Fall:

  • Menschen annehmen wie sie sind. Gute Absichten unterstellen, egal ober sie digital oder analog kommunizieren. Alles mit Humor nehmen, WertschĂ€tzen und Kontakt halten. Einfache Dinge, die Achtsamkeit und MitgefĂŒhl brauchen. Mir hilft die Corona-Krise als Theater zu nehmen, in dem ich eine Rolle spiele, aber nicht bin.
  • Praktische bietet die Arbeitsdefinition „Liebe = FĂŒrsorge“ ein einfaches Mittel unsere Handlungen dahingehend zu prĂŒfen, ob wir gerade liebevoll, d.h. fĂŒrsorglich handeln.
  • Feinstoffliche Energie ist weder an physischen Kontakt, noch an digitale Datenleitungen gebunden. Wenn wir uns auf feine Schwingungen einstellen, geht mehr als wir zunĂ€chst annehmen. DafĂŒr braucht es aber eine Entscheidung und ein wenig Übung.
  • Tanta ist nicht BerĂŒhrung, ist keine Massage, keine Sex, keine Zweisamkeit. Tantra ist ein Weg der Befreiung von Anhaftung an BerĂŒhrung, Zweisamkeit und alten Vorstellungen. Wie wir unser Ego von AbhĂ€ngigkeiten befreien, davon handelt die tantrische Lehre.

Eine andere Arbeitsdefinition „Gott = Liebe = Lebendigkeit“ hilft uns praktisch darauf zu schauen, unsere Lebendigkeit zu stĂ€rken. Die letzten Tage mit Schnee und hellem Sonnenlicht haben Corona scheinbar stark zurĂŒckgeworfen. Genieße die Sonne, atme tief durch, nutze die politische erzwungene Entschleunigung fĂŒr Entspannung und innigen persönlichen Kontakt mit den Wenigen, die du treffen darfst.

Gegen die depressive MĂŒdigkeit einer Corona-Krise hilft auch mehr Pranayama in deine Yogapraxis zu integrieren, oder mal eine QLB-Meditation aufzulegen. Gegen die geschĂŒrte Angst hilft RegelmĂ€ĂŸigkeit im Alltag und Struktur.

Eine therapeutische ErklĂ€rung zeigt, dass wir uns geliebt fĂŒhlen, wenn unsere BedĂŒrfnisse gesehen und befriedigt werden. Mit unseren BedĂŒrfnissen und GefĂŒhlen angenommen zu werden, stĂ€rkt Vertrauen. Auch wenn es gerade politisch opportun ist, persönliche Wahrheit nicht in der Öffentlichkeit zu sagen, sollten wir die Vertrauen-Transparenz-Spirale in unseren ZusammenhĂ€ngen stĂ€rken. Zeige dich und verstehe die anderen mit deinen/ihren GefĂŒhlen, BedĂŒrfnissen und Gedanken in einem vertrauenswĂŒrdigen sozialen Zusammenhang. In der nĂ€chsten Runde kann es dann noch persönlicher werden und BedĂŒrfnisse können besser befriedigt werden. Die ganzheitliche Verbindung von Körper, Geist und Seele kann helfen, in dieser getrennten und polarisierenden Zeit ausufernde GedankengĂ€nge und GrĂŒbeleien  zu befrieden.

Leben und Sterben

Seit Monaten werden wir mit Todesstatistiken bombardiert. Aber kaum jemand beschÀftigt sich mit dem Tod.

In meinem bisherigen Leben wurde ich nur in meiner Tantra-Ausbildung darauf hingewiesen, mich mit dem Tod zu beschĂ€ftigen. In unserer Kultur ist Sterben ein großes Tabu. Dieses Tabu zu befreien und  sich angemessen damit zu beschĂ€ftigen kann einen wichtigen Anstoß in der aktuellen Krise geben. Die Erfahrung zeigt, dass durch die Auseinandersetzung mit dem Tod ein positiver Bezug zum Leben gefunden werden kann. 

HĂ€ufig wird mit der Frage nach dem Tod so eine Art “Löffelliste” verbunden, was man vorher noch alles machen und erleben möchte. Das drĂŒckt in meinen Augen eine kulturtypische “Haben-MentalitĂ€t” aus, und alles was dann fehlen wĂŒrde, wird in der inneren Vorstellung als “Verlust” verbucht.  DemgegenĂŒber wĂŒrde eine Orientierung im Sein fragen, welche Beziehungen wir noch aufrĂ€umen möchten, wo wir anhaften und wovon wir uns verabschieden möchten. In der materialistischen Kultur wird gerne verdrĂ€ngt, dass das Leben endlich ist. Es fĂ€llt nicht leicht, das zu akzeptieren, weil in einer materialistischen Kultur dann nichts ĂŒbrig bleibt.

Wenn du dich mit der Frage beschĂ€ftigen möchtest, ist es gut, vertraute Ansprechpartner zu haben, aber die BeschĂ€ftigung mit deinem Leben kann dir niemand abnehmen. Vielleicht kommen große, alte Ängste hoch, vielleicht aber auch Freude ĂŒber die Wunder des Lebens. Die Fragen von Liebe, Leben, Angst und Vertrauen sind alle miteinander verbunden. Daher empfehlen wir im Tantra auch so oft, die inneren Schatten zu bearbeiten und Bewusstsein ins Dunkel zu bringen.

Die Frage, was du tun wĂŒrdest, wenn dein Leben nĂ€chste Woche zu Ende geht, kann einen wunderbaren Bewusstwerdungsprozess starten. Vielleicht kommen rĂŒcksichtslose Gedanken hoch, aber dahinter stehen oft ganz einfache BedĂŒrfnisse nach Liebe. Andererseits ist es ja auch mal gut, ohne RĂŒcksicht auf Rang, Namen und Besitz denken zu dĂŒrfen. Letzte Woche habe ich bei einer Freundin auf dem Klo einen Spruch gelesen, der Albert Schweizer zugeschrieben wurde: “Das einzige was im Leben wichtig ist, sind die Spuren von Liebe, die wir nach dem Tod hinterlassen”. 

Das richtige Leben im Falschen?

Zu einem ganzheitlichn spirituellen Leben gehört im tibetischen Tantrismus auch Beteiligung an der “normalen” Gesellschaft. In der aktuellen Krise ist es umso schwieriger die Tagespolitik außen vor zu lassen, da diese sich jetzt anmaßt tief ins private Leben einzugreifen und z.B.  Kindergeburtstage zu verbieten. Die aktuell geschĂŒrte Angst ist eine Steilvorlage fĂŒr autoritĂ€re Strukturen, egal welcher Couleur. Dem mĂŒssen wir als bewusst lebende Menschen auch praktisch rechnung tragen, und das Verbindende verschiedener politischer und spiritueller Gruppen zu suchen. Der Grat zwischen polarisierender Trennung und faulen ausgleichenden Kompromissen ist schmal. Darauf zu wandeln wird nicht einfach. 

Dieter Duhm schrieb 1982 in »Aufbruch zur neuen Kultur«: „Was es heißt, ohne Angst zu lieben, ist fĂŒr die allermeisten nicht einmal mehr vorstellbar, weil die Verbindung dessen, was sie als »Liebe« bezeichnen, mit Verlustangst, Sexualangst, AutoritĂ€tsangst, Angst vor Ablehnung, vor dem Alleinsein und Angst vor Verrat so »selbstverstĂ€ndlich« ist, dass die AbsurditĂ€t der Situation gar nicht mehr wahrgenommen wird. Wahrgenommen werden dann erst wieder die Folgen: Eifersucht, Krankheit, Depression und Zerbrechen der Beziehungen.“

Eine Statement aus Tamera  Corona-Krise: Zeit der Entscheidung kann ich voll und ganz unterschreiben. Daher möchte ich offene tantrische Gemeinschaft in der Stadt stĂ€rken, auch im Sinne der Heilungsbiotope, wie sie von Tamera propagiert werden. 

Überwindung von Angst beinhaltet auch ganz praktisch fĂŒr persönliche Sicherheit zu sorgen und Grundregeln konspirativer Treffen zu beachten, wie es in vielen politisch aktiven Gruppen und fĂŒr verbotene tantrische Rituale schon immer notwendig war. In unserer Sangha achten wir zum Beispiel darauf, Handys vor Besuch bei Anderen auszuschalten, da sonst eine Kontaktverfolgung (wer wen wann getroffen hat) möglich ist. Außerdem hilft z.B. die Anmeldung eines Gewerbeschein fĂŒr z.B. Hausmeisterdienste als NebentĂ€tigkeit, die Bewegungsfreiheit bei Ausgangssperre zu verbessern. FĂŒr einige ist die DDR noch nicht so lange her. Die Corona-Krise zeigt auch, wie schnell sich sicher geglaubte VerhĂ€ltnisse Ă€ndern können. Ich halte es fĂŒr realistisch, dass wir uns auf autoritĂ€rere VerhĂ€ltnisse einstellen mĂŒssen. Wenn wir klug, achtsam und solidarisch handeln, können wir uns viel Lebendigkeit jenseits der offiziellen Norm erhalten. 

Buchtip

„Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm kann ich auch immer wieder empfehlen. Aber im Moment arbeite ich mich durch ein Buch von Klaus Schwab ĂŒber „Die Zukunft der Vierten industriellen Revolution“. Eine Empfehlung ist schwierig, aber man sollte aus erster Hand wissen, was die betriebswirtschaftliche Elite des Weltwirtschaftsforum bewegt. 

Im Tantra sind wir es gewohnt, aus dem Hinduismus mehrere Gottheiten auf dem Altar zu haben und mal den einen oder anderen nach Vorn oder hinten zu schieben. Es ist gut zu wissen welche Gottheiten die Mitglieder des Weltwirtschaftsforum verehren. Tatsache ist, dass sich dort viele wirklich MĂ€chtige treffen und absprechen.

Bei der LektĂŒre denke ich manchmal, das Klaus Schwab als „Überbringer schlechter Nachrichten“  gerne geköpft wird. Dabei scheint er im wesentlichen gute Positionen zu vertreten, wie zum Beispiel die vielfach wiederholte Meinung, dass die Gewinne gerecht auf alle verteilt werden mĂŒssen. Vielleicht ist er ja auch nur der „Hofnarr“ der MĂ€chtigen. Möglicherweise ist er ein Idealist? 

Auf jeden Fall ist das Buch geschrieben in einer verquasten BWLer-Sprache mit vielen bedeutungsschwangeren Worten und wenig Inhalt, anstrengend zu lesen und wenig Erkenntnis. Mich erinnert es stilistisch an dogmatische kommunistische Texte der 80er Jahre, nur von der anderen Seite. 

Aber die technischen Entwicklungen, die er dort beschreibt, werden vielfach kommen und wir mĂŒssen uns nicht nur dazu positionieren, sondern tatsĂ€chlich in der Wertediskussion mitmischen, die dort gefĂŒhrt wird. Als eines der wenigen konkreten Beispiele wird unter „Werte“ eine Spirituosenfirma genannt, die als Beitrag zur „Wertegemeinschaft“ fĂŒr mĂ€ĂŸigen Alkoholkonsum wirbt. Die Verehrung von Wachstum und ein betriebswirtschaftliches Menschenbild  wird transportiert. 

Politisch gesehen sind die Mitglieder des Weltwirtschaftsforum keine „Verschwörer“. Sie sind im Einzelfall ernst zu nehmende politische „Gegner“. Ich frage mich schon lange, warum reiche, gebildete, sozial kompetente Menschen (in den FĂŒhrungsetagen) teilweise so abstrus asoziale und umweltschĂ€dliche Entscheidungen treffen. Bei der Antwort darauf kommt mir tantrisch/hinduistische SpiritualitĂ€t zu hilfe. Sie verehren einfach die falschen Gottheiten, wie z.B. Wachstum und Geld. Dieser Gedanke sollte noch detaillierter ausgefĂŒhrt werden, was den Rahmen dieses Rundbriefes sprengen wĂŒrde. Denn darin liegen Lösungen und Antworten fĂŒr manche aktuelle Frage bereit. 

und sonst? 

Ich wĂŒnsche dir GlĂŒck und Zufriedenheit. Möge dein MitgefĂŒhl sich erweitern und Mut und Tatkraft bringen. 

NamastĂ© – Ich grĂŒĂŸe das göttliche in dir. Helfried

Tantra Rundbrief 32a 12/2020

Liebe Tantrika und Freunde in und um Leipzig,

was soll man sagen, fĂŒhlen und denken, angesichts komplexer Situationen? Vielleicht hilft kollektive Intelligenz. Dieser Rundbrief wird in zwei Teilen kommen. jetzt, kurz vor Weihnachten, weil ich eine Idee fĂŒr individuelle Zweisamkeit teilen möchte und dann Fragen, welche Ideen Ihr noch habt, wie wir die Liebe in unserer Gesellschaft stĂ€rken können. 

Tantramassage als Paar lernen?

Tantraseminare und Treffen sind verboten. Manche Anbieter folgen dem Mainstream der Digitalisierung und gehen “online”, aber damit kann ich mich noch nicht anfreunden. Eine Gegenbewegung wĂ€re jetzt erst recht in die BerĂŒhrung zu gehen und mit Tantramassage das partnerschaftliche Liebesleben zu bereichern. Wir rechnen damit, dass der Lockdown bis Ende Februar weiter geht. In den letzten Monaten haben wir vielversprechende Minni-Seminare mit je 2 Teilnehmern erlebt. Damit können wir auf individuelle BedĂŒrfnisse eingehen, und es wĂ€re als sexualtherapeutische Behandlung auch in Corona-Zeiten erlaubt. 

Die praktische Anleitung geschieht in der Form der 4-Hand-Massage. Griffe werden auf der einen Seite gezeigt und auf der anderen gleich nachgemacht. Das ist es sehr effektiv und ermöglicht sofortiges Feedback. Bei Paaren ist zu bedenken, das fĂŒr dieses Vorgehen eine gewisse Offenheit notwendig ist, den eigenen Partner zusammen mit einem anderen Menschen zu berĂŒhren bzw. sich berĂŒhren zu lassen. Die Intimmassage wird am Modell bzw. Film gezeigt und die konkrete BerĂŒhrung bleibt den Partnern vorbehalten. 

Mehr dazu auf auf der Webseite.  Wenn Ihr Interesse habt, schreibt eine Mail mit deiner Rufnummer. Wir telefonieren dann zu Details und können Termine vereinbaren. Vielleicht ist diese Idee ja auch fĂŒr den weihnachtlichen Gabentisch geeignet?

Liebe StÀrken?

Im Rahmen der Corona-Krise wird viel Angst geschĂŒrt. Es gibt auch berechtigte Furcht vor Erkrankung, Repression oder Verarmung, aber ich möchte hier den emotionalen Aspekt diffuser Angst beleuchten.

Angst ist der große Gegenspieler der Liebe. Eine Gesellschaft, in der Angst geschĂŒrt wird, wird eine lieblosere Gesellschaft! Bei echter Not, können wir oft SolidaritĂ€t, Hilfsbereitschaft und MitgefĂŒhl erfahren. Aber diffuse Ängste beeintrĂ€chtigen unsere LiebesfĂ€higkeit. Die BeschĂ€ftigung mit potentiellen Gefahren, die fĂŒr uns keine wirkliche Handlungsrelevanz haben, fördert Misstrauen. Liebe braucht Vertrauen. Mit Liebe meine ich ein frei fließendes, schenkendes Prinzip, und keinen Tauschhandel oder Sicherheit durch Verbindlichkeit. Liebe drĂŒckt sich auch in Lebensfreude aus. 

Gerade in Zeiten von Corona ist also eine zentrale Frage, was wir tun können, um die Liebe zu stĂ€rken — in unserem eigenen Leben und der Welt um uns herum? Was stĂ€rkt Vertrauen? Was fördert Lebensfreude? Ich persönlich fĂŒhle mich oft hilflos und wĂŒrde gerne durch Anregungen lernen. Angesichts der grassierenden Angstmache sind gerade wir Tantriker gefordert kompensatorisch etwas mehr Liebe in die Welt zu bringen, und da bin ich gespannt auf eure Beispiele und Antworten, die in den zweiten Teil dieses Rundbriefes einfließen sollen.

Einen Tantrakalender fĂŒr alle kann ich angesichts der Planungsunsicherheit nicht erstellen, aber eine LinkĂŒbersicht auf die verschiedenen Anbieter und ihren Umgang mit den aktuellen Herausforderungen kommt in Runbrief Teil-B.

Liebe GrĂŒĂŸe und NamastĂ©
Helfried

Tantramassage fĂŒr Paare

Massage will gelernt werden. Auch wenn viele Naturtalente intuitiv gute Massagen geben hilft fundiertes Wissen weiter. Professionelle Massage erfordert ĂŒblicherweise eine MehrjĂ€hrige Ausbildung. Wir kommen mit einen Ausbildungszyklus fĂŒr Gruppen ĂŒber 3 Wochenenden recht weit. Die nĂ€chste Termine fĂŒr M1, M2 und M3 kannst du auf unserer Webseite nachschauen.

Die Yoni- und Lingam-Massage ist fĂŒr viele eine Herausforderung in Gruppen. Was liegt da nĂ€her, als sich diesen Teil mit dem eigenen Parter unter Anleitung eines individuellen Lehrers oder Lehrerin anzueignen?

Die Termine können flexibel vereinbart werden. Allerdings braucht Tantramassage Zeit zum Lernen. „Tages-Seminare“ halten wir fĂŒr unseriös. Auf der Grundlage guter Massage-FĂ€higkeiten bieten wir Paar-Seminare ĂŒber ein Wochenende (Freitag 15 Uhr bis Sonntag 17 Uhr mit ca. 20h Unterrichtszeit) an.

Leitung: Helfried oder Soluna

Kosten pro Paar Normal: 800€
ErmĂ€ĂŸigt: 650€ fĂŒr Geringverdiener bis 3000€ netto gemeinsam, und 500€ Sozialpreis fĂŒr Einkommen unter 2000€.

Wir verpflegen uns selbst und kochen gemeinsam und ihr könnt im Massage-Raum ĂŒbernachten, so das wenig zusĂ€tzliche Kosten entstehen. Wenn die Termine auf Werktage gelegt werden, ist noch mal ein Nachlass von 100€ möglich.

Kleingruppen-4-Hand: Die Ausbildung fĂŒr Paare und Kleingruppen von 2 Teilnehmern wird von Helfried oder Soluna allein geleitet und nur bei Bedarf durch Assistenz ergĂ€nzt. In Kleingruppen kann das Curiculum sehr individuell angepasst werden, z.B. auf spezielle körperliche EinschrĂ€nkungen eingehen oder auf vorhandenes Wissen aufbauen. Die praktische Anleitung geschieht in der Form der 4-Hand-Massage. Griffe werden auf der einen Seite gezeigt und auf der anderen gleich nachgemacht. Das ist es sehr effektiv und erlaubt sofortiges Feedback. Bei Paaren ist zu bedenken, das fĂŒr dieses Vorgehen eine gewisse Offenheit notwendig ist, den eigenen Partner zusammen mit einem anderen Menschen zu berĂŒhren bzw. sich berĂŒhren zu lassen. Die Intimmassage wird am Modell bzw. Film gezeigt und die konkrete BerĂŒhrung bleibt den Partnern vorbehalten. Die Vierhandmassage wird oft als besonderer Vorteil empfunden werden, Ziel der Ausbildung sind aber individuelle Massagen. Vierhandspezifische Details werden nur am Rande behandelt.

Anmeldung per Mail oder ĂŒber das Anmeldeformular.

Tantra Rundbrief 31 – 08/2020

Liebe Tantrika und Freunde in und um Leipzig,

seit dem letzten Rundbrief hat die Corona-Krise die Welt verĂ€ndert. Frage ist, ob das Potential einer Wendung zum „Guten“ ausgeschöpft werden kann, oder ob der massenhafte Aufruf zu „social distancing“ jahrelange (tantrische) Arbeit fĂŒr mehr BerĂŒhrbarkeit und emotionale, herzoffene NĂ€he zunichte macht?  Um euch hier nicht mit einer weiteren Corona-Diskussion zu belasten, beschrĂ€nke ich mich auf den Aufruf: Verschenke gerade jetzt öfter ein LĂ€cheln (kompensatorische, wo viele Menschen in der Öffentlichkeit physische Distanz mit dem vermeiden von Blickkontakt verwechseln) und bleibe emotional offen (gerade in der polarisierenden Krise).

Tantra geht weiter und lĂ€sst uns neue Erfahrungen machen. Mara und Silvio berichten vom (Online-) Open-Heart-festival das viele feine Schwingungen erstaunlich gut ĂŒber die Internetleitungen gingen, bzw. immer schon medienunabhĂ€ngig ĂŒbertragen wurden.  Wir sind mehr, als unser physischer Körper. Unsere Seelen sind eh miteinander und mit dem göttlichen verbunden. Unsere Beziehungen/Verbindungen machen das Leben lebenswert; unsere Beziehungen zu Mensch und Natur. Wir streben danach, diese Verbindung zu spĂŒren; eine Einheitserfahrung zu machen. Leider bewertet unsere materialistische Mainstream-Kultur unsere Beziehungen hĂ€ufig nach „soll“ und „haben“ und setzt unsere ausgereiften Egos in „Konkurenz“-Beziehungen. Die Identifikation mit unserem Ego und unserem Körper, also mit unserer Persönlichkeit, zu lockern sollte regelmĂ€ĂŸige spirituelle Praxis sein.

Tantrazentrum

In Leipzig ist unser kommender Tantra-Einsteigerkurs ab 14.9. bereits zur HĂ€lfte ausgebucht. Über 10 Wochen bieten wir einen fundierten Einstieg in Tantra, jeweils Montag Abend. Dieser Kurs wird „analog“ stattfinden. Aus diesen Kursen ergeben sich auch immer schöne Kontakte vor Ort in Leipzig, weil wir regionalen Bezug haben.

Wenn du mal vorsichtig in Tantra reinschnuppern möchtest, laden wir dich am 7.9. ein, zum Vortrag und Mini-Workshop „Tantra – ein Beziehungsyoga„.

Eine umfassende Grundlage von Tantra, sozusagen unser Jahrestraining, vermitteln wir (Soluna und ich) als modulares System mit dem Tantra-Einsteigerkurs ab 14.9. als Grundlage und weiter mit Tantra-2-Kurs, und den Massage-Wochenenden M1, M2, M3. Wenn du dich dafĂŒr entscheidest, gibt es einen Bundle-Preis mit 20% Rabatt und durchgehend Yoga-Karte.

Der Massage-Seminarzyklus ĂŒber drei Wochenenden mit Grundkurs, Dynamik und Sinnlichkeit und als Königsdisziplin Yoni&Lingam-Massage bietet eine solide Grundlage fĂŒr BerĂŒhrungsqualitĂ€t. 

Kurz-Nachrichten

Neu in Leipzig ist das Intaeger – Atelier fĂŒr Sinnlichkeit von Frauke Spangenberg und Daniela. Sie verbinden tantrische BerĂŒhrungskunst mit anderen KĂŒnsten, insbesondere in Form fotografischer BerĂŒhrung (natĂŒrliche Aktfotografie), Blumen, Musik und Posie. Mehr bei www.massage.intaeger.de.

Sandy Seidel verschiebt einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf online Aufstellungen und Paarworkshops. Siehe www.tantracoaching-in.de

Das Seminarzentrum Anukan in Dresden möchte besonders auf den Beginn der Anukan-Massage-Ausbildung ab 20.8. hinweisen. 

Im Zusammenhang mit dem Versuch im Rahmen des ProstSchG, Tantramassage als Prostitution zu diskriminieren hat das Amtsgericht Stuttgart am 3.7.2020 das Dakini freigesprochen (Urteil Az.: 4 OWI 25 Js 111521/19). Tantramassage sei vor dem Hintergrund des Schutzzwecks des ProstSchG nicht als sexuelle Dienstleistung i.S.v. §2(1) ProstSchG anzusehen.

Thomas Becher (Momoart) massiert ab sofort in dem akustisch spannenden Feld von Naturschallwandlern. Die 3D Hologramme entfĂŒhren Dich in den realistischen Sound eines FrĂŒhlingswaldes mit Vogelgezwitscher, oder einfach sphĂ€risch schöne KlĂ€nge.  Die ersten Menschen die im Juli dieses Erlebnis testen konnten, waren begeistert.
Weiter erfreuen sich die Handarbeitsabende / Handwerkerabende immer grĂ¶ĂŸerer Beliebtheit. Das ist erfreulich, denn in deutschen Betten ist es – nicht nur fĂŒr die Frauen – hĂ€ufig immer noch zu eintönig und der Sex zu egozentriert. All zu oft klagen Paare in der Therapie ĂŒber Lustlosigkeit, wie sich dann aber hĂ€ufig raus stellt ist es nur die Lustlosigkeit auf den Sex, der gerade im Angebot ist, auf den der Partner/ die Partnerin keine Lust hat. Da ist es doch toll, dass 95% unserer SexualtiĂ€t gelernt sind. Wir können uns jederzeit verĂ€ndern und dazu lernen. 
In Geschlechter getrennten Gruppen vermittelt Thomas AnsĂ€tze und Ideen einmal anders an die partnerschaftliche SexualitĂ€t heran zu gehen. Achtsamkeit, PrĂ€senz und Aufmerksamkeit spielen dabei ebenso eine große Rolle, wie das loslassen der Zielorientierung auf den Orgasmus. Es geht bei gutem Sex doch eher um eine gemĂŒtliche Cabriofahrt mit vielen kleinen Stopps an einem schönen Sonntag, egal wie weit man am Ende kommt. Und nicht um einen möglichst schnellen und kurzen weg von A nach B.
Neben Anatomie, wie groß ist die Klitoris und wo genau liegt die Prostata, vermittelt Thomas den knapp 2 Stunden eine schöne Coreographie fĂŒr eine Intimmassage des Partners. Aber mindestens genau so wichtig ist der Austausch der Teilnehmer untereinander. Die hĂ€ufig erste erleichternde Erkenntnis ist, dass andere Paare mit den selben Themen kĂ€mpfen. Allzuoft kommen SĂ€tze wie: „Und ich dachte, nur mein Partner wĂ€re so“; 

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich gerade die Handrabeitsabende fĂŒr Frauen, denn gerade Frauen wissen hĂ€ufig immer noch zu wenig ĂŒber Ihr eigenes Geschlecht, gerade den Vaginalen Innenraum. Und wie soll ich dem Partner , der Partnerin kommunizieren was ich mir wĂŒnsche, wenn ich selbst es nicht weiss oder ausdrĂŒcken kann. Eine schöne Möglichkeit ist auch die gefĂŒhrte Schoßraum Meditation, in der die Frau in 2 Stunden meditativ Ihren Beckenboden und Schoßraum erforscht. 
In WĂŒrzburg (also etwas weiter weg von Leipzig) entwickelt sich um Klaus Burmeister, ein Zentrum unter dem Namen devapujana-tantra.de. Ich kenne Klaus ĂŒber Secret-of-Tantra und freue mich ĂŒber immer mehr lokale tantrische Zirkel.

Das Diamond-Lotus hat endlich eine gĂŒtliche Einigung mit Anuseva gefunden. Der jahrelange Streit hatte die Szene belastet. Seit dem 20. Juli bietet Suriya wieder Tantra-Yoga an, nach Monaten Corona-Zwangspause. Massagen gibt es auch wieder, mit einem entsprechenden Hygiene-Konzept. Und ab September soll es im Diamond Lotus wieder Workshops geben, die Termine findest Du wie gewohnt auf der Website.
Mein Namensvetter Helfried Siegel (01575 – 6 93 63 99) bittet mich weiterzuleiten, dass er einen Mitbewohner sucht, der mit ihm die Wohnung in der KarLi (WohnkĂŒche mit großem Sonnenbalkon, Bad mit Fenster) teilen mag und dabei ein schönes sonniges 20-qm-Zimmer mit Holzboden und -fenstern bewohnen darf.

Literaturtip:

Das „Kali-Kaula – Ein Handbuch der tantrischen Magick“ von Jan Fries ist ein ganz schöner Schinken, aber das schlimme daran ist, das die meisten Seiten sehr kompakt mit interessanten Informationen gefĂŒllt sind. In einer gut lesbaren persönlichen Form beschreibt er das große Spektrum tantrischer Richtungen und deren Herkunft mit vielen Quellenhinweisen auf tantrische Originalschriften. Er gibt aber auch sehr konkrete Anleitungen fĂŒr persönliche Meditations-Praxis.

Meinung

Eine Bemerkung ĂŒber Corona sei mir noch erlaubt. WĂ€hrend sich die sĂ€chsische Landesregierung mit bewertenden Äußerungen in der Diskussion (relativ) zurĂŒck hĂ€lt, sind es in meiner Wahrnehmung besonders die (bisher neutralen) Digitalkonzerne, die immer wieder (und teilweise penetrant) auf den „offiziellen“ Corona-Kurs verweisen. Sie gehören aber zu den direkten Nutznießern dieser Angst-Krise. Ist das nicht auffĂ€llig?

GrundsĂ€tzlich sind Menschen die ihre körperlichen psychosozialen BedĂŒrfnisse schlecht befriedigen können leichter manipulierbar. In so fern spielt „social distancing“ auf Dauer der kapitalisitschen Werbung und autoritĂ€ren Gruppen in die HĂ€nde. Das die Demo am 2.8. in Berlin, die als eine der grĂ¶ĂŸten Demonstrationen in letzter Zeit, die eine breite Gesellschaftliche UnterstĂŒtzung ausdrĂŒckt, mit dem Verweis auf nicht ausreichende „Distanz“ aufgelöst wird, lĂ€sst aufhorchen. Noch dazu, wenn die Berichterstattung der Mainstream-Medien sich so gar nicht mit den Augenzeugenberichten zusammen bringen lĂ€sst. Mehr zu Corona und meine politische Meinung auf Kulturtempel.de.

Tantra Rundbrief 30, 2/2020

Liebe Tantrika und Freunde in und um Leipzig,

der FrĂŒhling scheint etwas verfrĂŒht vor der TĂŒr zu stehen. Seit dem letzten Oktober hat sich bei mir, aber auch in der Tantra-Szene in und um Leipzig wieder einiges getan.

Mich hat kurz vor Weihnachten eine BlinddarmentzĂŒndung aus dem Verkehr gezogen. Nach dem Aufwachen aus der OP habe ich es als spirituelles Ereignis empfunden, zu leben. Vor 100 Jahren, oder in anderen Gegenden der Welt, wĂŒrde ich diese Zeilen jetzt nicht mehr schreiben können. Leider gab es dann eine Komplikation, so das eine zweite schwerere OP mit lĂ€ngerer Genesungszeit mich fĂŒr weitere Wochen lahm gelegt hat. Seit einer Woche komme ich endlich wieder zu regelmĂ€ĂŸiger Yogapraxis und Körper und Seele danken es mir. Etwas besonderes war die Erfahrung, daß es mir ĂŒber mehrere Wochen jeden Tag merklich besser ging.

Jetzt geht das Leben in FĂŒlle weiter. Das Frauen-Ölritual (noch PlĂ€tze frei) und Sangha-Ritual am kommenden Wochenende. Dann unser Massage-2-Wochenende und der Leipziger Yogatag.

Kurz-Nachrichten

Der bekannte Tantra-Lehrer Andro (Andreas Rothe) ist am 22.12.2019 im Alter von 79 Jahren in Brasilien ĂŒberraschend verstorben. Ich persönlich verdanke ihm viele wichtige Lernschritte und habe in ihm einen warmherzigen und klar denkenden visionĂ€ren Mann kennen gelernt. Verschiedene aktuelle Tantralehrer haben ihm Nachrufe gewidmet, die diesen Rundbrief sprengen wĂŒrden. Siehe u.a. die Antinus-Gemeinschaft. Sie laden ein zur Totenfeier am 7.3. von 15 bis 19 Uhr im Diamond-Lotus (Bautzener Straße 3, 10829 Berlin).  ­

Nach einem Jahr Babypause geht der Smygadans weiter. Am 21.3. laden Caris und Mandus (und Aramis) erneut zum Tanzen und mehr ein.

Das Programm zum Open-Heart-Festival von Secret-of-Tantra in Belzig am 1.-5.7.20 nimmt langsam gestalt an.  Soluna und ich sind mit einem Welle-Workshop mit dabei.

Der Leipziger Yogatag 2020 am Samstag, 4.4.ist zunĂ€chst eine gute Möglichkeit sich fĂŒr die eigene Yogapraxis neue Anregungen zu holen. 38 verschiedene Yogastunden ĂŒber die ganze Stadt verteilt und abends ein gemeinsames Mitsing-Konzert. Zu beobachten ist auch eine immer grĂ¶ĂŸere inhaltliche Durchdringung von Yoga und Tantra.

Anjoka hat zwischenzeitlich ein Studium der Indologie aufgenommen und eignet sich die Sprachen an, um z.B. Texte des kashmirischen Shivaismus im Original zu lesen. Ihre Tantra-Kurse kommen zustande, sobald 8 Teilnehmer sich gemeldet haben.

Karsten Wolf wird sich mit der Kerzenwerkstatt auf Weihnachtsmarkt und Onlinehandel konzentrieren und sucht fĂŒr die Tantra-Angebote neue RĂ€ume.

Der TMV trĂ€gt jetzt den vollstĂ€ndigen Titel: „Tantramassage-Verband e.V. – Berufsverband fĂŒr zertifizierte tantrische Körperarbeit und sexuelle Gesundheit„. Nach langer Auseinandersetzung um den Namen und das Image von Tantra, vor allem im Zusammenhang mit dem ProstSchG soll das Wort Tantra seriös vertreten werden und nicht dem Rotlichtmillieu zu ĂŒberlassen. Inzwischen wurde auch erstmalig von einem Gericht (Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen) die ausufernde Anwendung des ProstSchG zurecht gerĂŒckt und die Anwendung auf den „Maßgeblichen Schutzzweck des Gesetzes“ beschrĂ€nkt.

Buchtip

Ich muss gestehen, das ich ein Fan der BĂŒcher von Hans-Joachim Maaz bin. „Die neue Lustschule“ beschreibt differenziert viele Faccetten der SexualitĂ€t und Beziehung und prĂ€gt die Begriffe „Körperlust“ und „Beziehungslust“, die sich gegenseitig stĂ€rken.  Mit seinem psychoanalytischen Hintergrund zeigt er viele Fallstricke unserer frĂŒhen PrĂ€gungen auf, und ermutigt zu guter Kommunikation (mit vielen Beispielen). Tantra und SpiritualitĂ€t werden nur erwĂ€hnt, aber fĂŒr mich entsteht der Eindruck, das er mitten drin steht.

Tantra Rundbrief 29, 10/2019

Liebe Tantrika und Freunde in und um Leipzig,

in diesem Rundbrief möchte ich zusammenfassen, was zum Thema Tantra bei uns geplant ist, was passiert ist und sich entwickelt, und was unter Tantra in nÀchster Zeit angeboten wird.

WĂ€hrend ich das schreibe, dröhnt im Hintergrund Trommeln und Grölen der Fußballfans und in jeder Seitenstraße im ganzen Stadtviertel steht Polizei und tĂ€uscht Sicherheit vor. Ist die Aggressionen der Fußballfans in geregelte Bahnen zu lenken? Oder (so der scherzhafte Vorschlag einer Frau beim Hausbrunch) wĂŒrden sie besser durch Tantramassage befriedet werden?

Tantra-Semester

Nach mehreren Jahren Erfahrung und inzwischen ĂŒber 300 Kursteilnehmern wollen wir hier in Leipzig ein neues, tiefer gehendes Kursformat angehen. Wir bieten ein “Tantra-Semester” an (vergleichbar einem “halben” Jahrestraining) mit lokalem Bezug, kostengĂŒnstig ohne Übernachtungskosten, mit wöchentlichen Treffen, die Tantra in den Alltag integrieren und eine lokale Gemeinschaft entstehen lassen. Ein breites Spektrum an Wissen und Erfahrung als Ausbildungsteil und eine geschĂŒtzte Gemeinschaft mit Raum fĂŒr Selbsterfahrung, persönliche Entwicklung und echten Kontakt. Wir möchten in diesem Kurs auch Tantramassage integrieren und treffen uns dafĂŒr fĂŒr ein verlĂ€ngertes Wochenende. Zum Abschluss-Ritual nehmen wir uns auch ein Wochenende Zeit des tieferen Einlassens. Wer ist dabei?

Weitere Angebote im Tantrazentrum-Leipzig:

Kurznachrichten

  • Soluna wohnt jetzt mit uns im Hausprojekt Stefanzweig21 , hat ihre Yogalehrer-Ausbildung abgeschlossen und bietet ab 14.11. wöchentlich Kaula-Tantra-Yoga an und nach Vereinbarung Ayurvedische Yogamassage. 
  • Helfried hat sich Yogisch weiter gebildet und bietet ab 29.10. Tuch-Yoga an. 
  • Tantramassage 2+1-Coaching bzw. Kleingruppen-Seminare nach persönlicher Terminvereinbarung werden in letzte Zeit hĂ€ufiger angefragt. Vielleicht etabliert sich ja diese Form sexueller Bildung fĂŒr Paare endlich etwas besser. 
  • Anjoka macht nach ihrer Babypause weiter und bietet Kleingruppen-Seminare nach Vereinbarung mit Kinderbetreuung an und 12-Wochenkurse. Weiter hat sie ein Studim der Indologie an der Uni aufgenommen und plant Lesungen von heiligen Schriften aus dem kaschmierischen Schivaismus. Siehe www.tantra-weg.de.  
  • Der Liebesletter von Ailu und Caris pausiert gerade, weil ein weiterer neuer ErdenbĂŒrger eine gute Landung haben soll. 
  • Das Open-Heart-Festival, bei dem Secret-of-Tantra gute Tantralehrer aus dem ganzen Land zusammen bringt, lĂ€uft kommendes Jahr 1.-5.7.2020.
  • Die Überschneidungen der Leipziger Tantra-Szene mit Freitanz sind groß. Tanz gehört zu Tantra und Barfußtanz in der Artistik-Halle ist eine gute Gelegenheit, sich zu sehen. Der NĂ€chste ist am 2.11. 
  • Stefan, Alex und Michaela starten eine neue Serie von BeFree-Tantra in Leipzig.
  • Diamond-Lotus geben Frauen mit Verweis auf den “Gender Pay Gap”, also die Tatsache, das Frauen durchschnittlich immer noch 21% weniger Lohn bekommen eine ErmĂ€ĂŸigung bei ihren Seminar. 
  • In letzter Minute meldet AnuKan den Beginn eine Ausbildung zum Sexualberater mit Dr. Frank Kietzcker und Ann-Marlene Henning ab 7.11. in Dresden. 
  • FĂŒr einen impuls-Vortrag auf dem nĂ€chsten Sangha-Treffen sammele ich Stichpunkte, was eigentlich eine “Liebesschule” an FĂ€chern/Kursinhalten anbieten mĂŒsste. 
  • NachtrĂ€ge ergĂ€nze ich auf der Webseite. 

Sangha

Seit letzten MĂ€rz trifft sich die “Sonntags-Sangha” (SoSa) regelmĂ€ĂŸig einmal im Monat und ĂŒber eine Telegram-Gruppe vernetzt zu vielen kleinen persönlichen Treffen zwischendurch, am See oder zur Umzugshilfe, so das es eine Freude ist, die Entwicklung zu sehen. Offene Menschen mit viel Neigung zum Kuscheln, aber auch der tantrischen Bereitschaft Schattenseiten anzuschauen. Zum aktuell geplanten zweiten Ritual-Wochenende, wo in der VorankĂŒndigung von einem Ritual mit sexueller Energie gesprochen wurde, tauchen dann doch wieder (aus erfahrener Sicht erwartbare) emotionale Turbulenzen auf. Ich bin zuversichtlich, daß wir das Boot durch diese Untiefen hindurch manövriert bekommen, aber es zeigt auch wieder deutlich, das Tantra mehr ist als kuscheln. Und das Gemeinschaftsbildung ein lĂ€ngerer Prozess des persönlichen Einlassens ist und gemeinsame inhaltliche Ausrichtung braucht. Gemeinschaft brauch eine gute Mischung von “nach außen” in die Welt bringen und “nach innen” Beziehungen pflegen und BedĂŒrfnisse stillen. Als Ziel geben wir mit einem breiten Grinsen den Bau einer “tantrischen Kathedrale” an. So etwas braucht ja bekanntlich ein paar Jahrhunderte. Ein erster Schritt könnte sein, als Sangha einen Tantra-Salon als Veranstaltung öffentlich anzubieten. Der Yoga-Salon oder Integrale-Salon in Leipzig sind da gute Vorbilder. Wir melden uns.

Tantra – Yoga

Yoga und Tantra haben viele gemeinsame historische Wurzeln. Wenn man bedenkt, das selbst in der Hatha-Yoga-Pradipika tantrisch-sexuellen Methoden mit Vereinigung beschrieben werden, wird eine Trennung immer unsinniger. Nur sind fĂŒr allgemein sexuellen Methoden besondere SchutzrĂ€ume und persönliche Reife notwendig. Die Ferse 85 bis 94 im 3. Kapitel werden oft nicht ĂŒbersetzt, aber sie sind da. Link

Kaula-Tantra-Yoga

Kaula Tantra Yoga basiert auf Meditation und Tiefenentspannung. Du „fließt“ in die Asanas. Du lernst das Nicht-Tun im Tun auf einer so tiefen Ebene, dass es sich auf deinen Alltag ĂŒbertrĂ€gt. Körper, Geist und Seele werden wieder als Einheit erfahrbar. Dein Atem ist das verbindende Element. Außerdem wirkt diese sehr alte Tridosha-Reihe, die traditionell 2,5 bis 3 Stunden (heutzutage gekĂŒrzt 1,5 Stunden) praktiziert wird, sehr harmonisierend auf alle 3 ayurvedischen Dosha-Typen. Wir praktizieren in lockerer Kleidung, ohne Musik und nutzen evtl. einen Gurt zur UnterstĂŒtzung. Ayurvedische Yoga-Massage Die Ayurvedische Yoga-Massage verbindet traditionelle Techniken aus der Ayurveda-Massage mit passiven Dehn- und Bewegungselementen aus dem Yoga. Je nach Wunsch wirkt sie Ă€ußerst entspannend durch langsame, sanfte und eher großflĂ€chige BerĂŒhrungen oder anregend und kreislaufaktivierend durch tiefe dynamische Massage-Techniken. Sesamöl und Kalmuswurzelpulver pflegen und reinigen den Körper zusĂ€tzlich ĂŒber die Haut. So entspannt und erfrischt erleben Sie ein neues KörpergefĂŒhl.

Vamos-Leipzig

FĂŒr Horst und Kristin erfĂŒllt sich eine Vision, in Leipzig einen schönen Raum anbieten zu können. Wir haben den ehemaligen Spielraum von Stephan Roebers ĂŒbernommen und hier drin seit September das Vamos geöffnet. Vamos bedeutet fĂŒr uns – lasst uns zusammen losgehen… und so bieten wir jeden Morgen u.a. Meditationen an, um uns  zu ermuntern, an der tĂ€glichen Praxis dranzubleiben und ein sich gegenseitig unterstĂŒtzendes Feld erlebbar zu machen. Bei uns kann man auch laut sein, zum Beispiel bei der Dynamischen und der Kali-Meditation. Das Vamos kann auch gemietet werden und ist fĂŒr tantrische Veranstaltungen sehr geeignet. Bisher konnten wir schon den ZEGG-Freundeskreis, Stefan mit seinen befree-Tantra-Abenden und ab Dezember dann auch die Kuschelparty bei uns willkommen heißen. Weitere Infos findet ihr auf www.vamos-leipzig.de – Fragen und Nachrichten an uns per vamos.leipzig@gmail.com

ProstSchG

Auf der politischen Ebene wird im Zusammenhang mit dem ProstSchG auch ein Rechtsruck der Gesellschaft spĂŒrbar. Manche OrdnungsĂ€mter versuchen so weit zu gehen, auch Tantra-Seminare unter die diskriminierenden Verfahren des ProstSchG zu drĂŒcken. Erste Berichte von Kontrollen des Ordnungsamt Leipzig bei klassischen Sexarbeiterinnen zeigen von welch diskriminierender Geisteshaltung dieses Gesetz geprĂ€gt ist. Die Frauen werden von den Beamten pauschal geduzt, die Klarnamen werden offen in NotizbĂŒchern der Beamten gezeigt, und weitere subtile, abfĂ€llige Bemerkungen wĂŒrden sich die Beamten wohl in keiner anderen Branche trauen. 

Auf der anderen Seite gibt es auch Lichtblicke. So hat ein unabhĂ€ngiges Gericht (VG Gelsenkirchen, Az.: 5K4649/18) in einer baurechtlichen Frage geklĂ€rt, daß seriöse Tantramassage “keinesfalls mit unter UmstĂ€nden gleichlautenden Angeboten aus dem Rotlichmilieu zu verwechseln” sind, und daß es auf die GesamtumstĂ€nde im Einzelfall ankommt, und um den “maßgeblichen Schutzzweck des Gesetzes .., nĂ€mlich die (sexuelle) Selbstbestimmung von Menschen in der Prostitution möglichst umfassend zu schĂŒtzen (BT-Drs, Nr 18/8556, S. 33). 

Ähnlich wollte das Arbeitsamt Leipzig die Genehmigung fĂŒr einen Umzug verweigern mit dem Hinweis, das die Antragstellerin sich mit Tantra beschĂ€ftige und der zukĂŒnftige Wohnort im Sperrbezirk liegen wĂŒrde, worauf die Richterin beim Sozialgericht mit einer wegwerfenden Handgeste sagte, das Sie sich mit dieser Argumentation gar nicht beschĂ€ftigen wolle. 

Nach langer schriftlicher Auseinandersetzung wurde auch mir (mit dem Tantrazentrum-Leipzig) vom Ordnungsamt Leipzig per Mail bescheinigt, das nach PrĂŒfung des Einzelfalles (wie es das Bundesfamilienministerium gebietet) meine Tantra-Angebote nicht unter das ProstSchG fallen, da sie im Zusammenhang mit meiner therapeutischen TĂ€tigkeit zu sehen sind. Also endlich Vernunft in dieser Sache. 

Qualityland

Wie in dem empfehlenswerten Roman „Qualityland“ von Mark-Uwe Kling haben wir immer öfter mit anonymen Algorithmen zu kĂ€mpfen und menschliches Maß wird hĂ€ufiger der Arbeits-Effizienz geopfert. Letztes Jahr konnte ich die Ablehnung der Werbung fĂŒr ein Tantra-Event bei Facebook noch durch persönliche Intervention beim Support freischalten lassen. Diese Jahr habe ich diese Option bei Facebook nicht mehr gefunden. Die Algorithmen bei Facebook verweigern “Tantra”-Werbung. Das verwundert den nicht, der in Facebook einen prĂŒden amerikanischen Konzern sieht. 

Ähnlich scheint sich die Deutsche Bank bzw. ihre Zweigstelle Postbank zu agieren. Dem tantrisch inspirierten Seminarzentrum Anukan wurde (vermutlich wegen des Prostitutions-Vorwurfs aus dem ProstSchG gegen Tantra) das Konto gekĂŒndigt. Ich habe daraufhin die Bank aufgefordert sich dazu zu erklĂ€ren und die KĂŒndigung meines Kontos angekĂŒndigt. Man braucht keine GeschĂ€ftsverbindungen mit sexualfeindlichen Unternehmen oder UmweltsĂŒndern fĂŒhren. Im Gegensatz zu Qualityland haben wir heute noch Freiheiten, die es zu verteidigen gilt.

Buchtip 

Ein paar Tage mit fortgeschrittenen Tantrikas bei Berlin unter der Leitung von Mara und Silvio waren mal wieder ein schönes Energie-Bad fĂŒr mich mit vielen Inspirationen. 

Das Buch “Wenn Sex intim wird” von Dr. Krishnananda und Amana Trobe beschreibt drei Ebenen von SexualitĂ€t und hat fĂŒr das erfahrene Lehrer-Paar noch wichtige weitere Inspiration liefern können. Nach vielen Jahren der Auseinandersetzung mit SexualitĂ€t wird das Liebes und Sexualleben als gut, wie nie zuvor glaubhaft beschrieben. Ich selbst bin noch beim Lesen, aber jetzt schon erfreut ĂŒber den frischen und klaren Schreibstil. Es geht um die Synthese von leidenschaftlich erregender SexualitĂ€t (die auch geeignet ist, unangenehme GefĂŒhle auszublenden) und der emotionalen Sicherheit intimer Partnerschaft, die verletzlichen GefĂŒhls-Schichten erlaubt sich zu zeigen. So lange die alten Verletzungen nicht verheilt sind, ist unbeschwerter, erregender Sex mit intimer, emotional offener Partnerschaft oft schwer vereinbar. 

Liebesschule

ENTWURF

Die Schule des Lebens ist umfassend. Der Teilbereich, wie wir mehr Liebe in die Welt bringen, wird aber selten in einem Curiculum systematisch aufgenommen. Was mĂŒsste eine „Liebesschule“ fĂŒr FĂ€cher und Themen anbieten. Ich möchte hier eine Sammlung zusammen stellen.

  • Ganz weit hinten im Curriculum sollten auch Kenntniss ĂŒber Fortpflanzung, VerhĂŒtung und Infektionskrankheiten gelernt werden. Aber womit fangen wir an?
  • Es geht definitiv los mit Erfahrungslernen in der Schwangerschaft, ob Vertrauen in die Welt entsteht? In welchen Hormonen wir im Fruchtwasser schwimmen (Angst oder GlĂŒcksgefĂŒhle)? Und ob grundlegende BedĂŒrfnisse befriedigt werden können (giftfreie ErnĂ€hrung, Sauerstoff, Ruhe/Musik/GerĂ€usche, …)?
  • Nach der Geburt geht es weiter mit Erfahrungen von Bonding, Bindung, Autonomie, Selbstwert, IdentitĂ€t, Lust und Sinnhaftigkeit. Die Erfahrungen bei der Befriedigung dieser psychosozialen GrundbedĂŒrfnisse prĂ€gen unsere Beziehungen. Was schief gelaufen ist oder verpasst wurde, muss nachgeholt werden.
  • Mit der PupertĂ€t geht es dann etwas konkreter zu den Themen einer Liebesschule im engeren Sinne. Der „neue“ Körper mit seinen fremdartigen Hormonschwankungen muss neu kennen gelernt werden.
  • Wahrnehmen, bennen, ausdrĂŒcken und gestalten von Emotionen.
  • Wahrnehmen, bennen und ausdrĂŒcken von BedĂŒrfnissen
  • Geeignete, vielfĂ€ltige Strategien entwickeln die eigenen BedĂŒrfnisse (sozialvertrĂ€glich) zu befriedigen.
  • MitgefĂŒhl, die GefĂŒhle und BedĂŒrfnisse meines GegenĂŒber erkennen und darauf angemessen reagieren.
  • Mit unserem Körper und Atmung die eigenen GefĂŒhle mitgestalten.
  • Mit unseren Einstellungen und Wissen die eigenen Körper und GefĂŒhle gestalten
  • BerĂŒhrungsqualitĂ€t wird gelernt beim Streicheln, KĂŒssen, Massieren, Halten, Balgen, … und spĂ€ter auch beim Sex
  • Erotisieren von Erregungsquellen wird gelernt.
  • Erregungsmodi werden durch Lernen erweitert
  • Sprachen der Liebe verstehen lernen (Chapman)
  • Ein Geheimnis langjĂ€hriger Partnerschaften ist die FĂ€higkeit, sich immer wieder neu zu verlieben.
  • WertschĂ€tzende und gewaltfreie Kommunikation braucht Übung
  • Verantwortung fĂŒr die eigenen GefĂŒhle ĂŒbernehmen
  • Verantwortung fĂŒr die Folgen bestimmter Handlungen da lassen, wo sie hin gehören.
  • ?

… jetzt fehlt erst mal die Zeit, weiter zu machen. Es ist eh‘ nie abschließend.

Liebe GrĂŒĂŸe und NamastĂ© (Ich verehre das Göttliche in dir)
Helfried