Tantramassage und das „ProstituiertenSchutzGeset“

Die Frage, ob „Tantramassage“ unter das neue sogenannte „ProstituiertenSchutzGesetz“ (ProstSchG) fĂ€llt, also ordnungsrechtlich als Prostitution anzusehen ist, lĂ€sst sich nicht einfach beantworten. Von der reinen HĂ€ufigkeit der Suchmaschinentreffer wird unter diesem Stichwort sicher eine Sexdienstleistung beworben, die unter das ProstSchG gehört.

Seriöse Tantramassage, die mit spiritueller Ausrichtung der Erbringenden verbunden ist und nicht das „happy End“ zum Ziel hat, gehört nicht unter dieses Gesetzt.

Das neue Gesetz entpuppt sich als orwelsches NeuSprech-Monster und entfaltet eine zerstörerische Wirkung in der Szene. Ob diese Wirkung beabsichtigt oder „Kollateralschaden“ ist, bleibt im Ungewissen. Der Gesetzgeber redet nicht mit uns.

Viele Tantramasseurinnen ziehen sich zurĂŒck. Tantramassage wird mit kostenpflichtiger Zwangsberatung drangsaliert, wĂ€hrend die schutzbedĂŒrftigen osteuropĂ€ischen jungen Frauen von diesem Gesetz nicht erreicht werden.

WĂ€hrend das Land Sachsen hunderttausende Euro von den Betroffenen fĂŒr Zwangsberatungen eintreiben will, muss fĂŒr hilfsbedĂŒrftige Frauen privat gesammelt werden. SachverstĂ€ndige in der Entstehungsgeschichte des ProstSchG wurden oft ignoriert. Gerne wĂŒrde man die politisch Verantwortlichen dafĂŒr in einer konservativen CSU suchen (um politische Klischees zu bedienen), aber das BMFSFJ wird seit Jahren von der SPD gefĂŒhrt.

Im Endeffekt fĂŒhrt das Gesetz dazu, das Sexarbeit fĂŒr kapitalkrĂ€ftige Konzerne interessant wird, aber diejenigen, die Sexarbeit vielleicht noch mit Lust und Liebe machen, verdrĂ€ngt werden.

Ich persönlich gehöre nicht zur Zielgruppe des ProstSchG und ich wehre mich gegen Zwangsberatung und diskriminierende Datenweitergabe.

Wer sich fĂŒr das Thema im Detail Interessiert, findet vielleicht meinen Schriftwechsel mit dem Bundesministerium fĂŒr Familie …BMFSFJ, dem SĂ€chsischen Staatsministerium, dem Ordnungsamt und weiteren Stellen interessant: