Mediale Resilienz

In einem Workshop der AOK über “Mediale Resilienz” (u.a. für Yogalehrende) wurde gezeigt, dass Fremdbestimmung ein ganz zentraler Stressfaktor ist. Da schließen gesellschaftliche Gedanken an. Aber Stress als Zustand des Nervensystems, der bei dauernder medialer Überflutung, ständiger Erreichbarkeit und viel zu häufiger Unterbrechung kaum noch Pausen bekommt, braucht primär ganz praktische Verhaltensweisen.

Mediale Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, die eigene digitale Mediennutzung sowohl im Alltag als auch unter Belastung souverän, gesundheitsförderlich und zielgerichtet zu gestalten. Man kann auch sagen: produktiv und selbstbestimmt. Leider sind die Algorithmen genau anders ausgelegt. Sie wollen Aufmerksamkeit um jeden Preis. Ausgebildete Fachleute optimieren die Algorithmen darauf, dich süchtig zu machen; egal wie gut die dargebotenen Inhalte sind. 

Wichtig fand ich Hinweise für eine Strategie im Umgang mit digitalen Medien. Die wesentlichen Stressoren lassen sich in fünf Bereiche einteilen: Überflutung, ständige Erreichbarkeit, häufige Unterbrechungen, soziale Erwartungshaltungen, technische Unzuverlässigkeit. Durch ständige Erreichbarkeit kann mensch nie ganz abschalten. Unterbrechungen verlangsamen den Workflow. Soziale Erwartungen in Socialmedia (Angst vor Shitstorm oder Totenstille) belasten emotional. Und technische Zuverlässigkeit kann wichtige Arbeit behindern. Die Strategieempfehlung ist, für sich selbst den wichtigsten Stressfaktor zu identifizieren und gezielt nur dazu eine Verhaltensanpassung einzuüben. Für mich persönlich frist die innere Fragmentierung Arbeitszeit, weil ich immer, wenn die Gedanken nicht gut fließen, noch mal die Nachrichten checke. Digital Detox ist leider keine alltagstaugliche Lösung. Selbstbestimmte Mediennutzung (also welche Medien, wann und wie lange?) braucht:
1) Reflexion, d.h. Analyse des eigenen Verhaltens,
2) Wissen über die Vorgänge hinter den Medien und im eigenen Körper
3) Strategien, d.h. Versuch und Irrtum, um hilfreiche Methoden auszuprobieren und dann im Alltag zu etablieren.   

Ich kann die Arbeit von Extrazwei.de als bereichernd weiter empfehlen.

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