Tantra-Rundbrief 34 – 9/2021

Liebe Tantrika und Freunde in und um Leipzig,

ich hoffe, ihr nutzt den Sommer für nährende und erbauliche Kontakte. Ich konnte die südfranzösischen Alpen genießen und wurde glücklicher Weise auch an keiner Grenze angehalten. Das war für mich auch ein Vertrauen schaffendes Erlebnis.

Ich erlebe in letzter Zeit ein starkes Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu Gleichgesinnten. Leider scheint das gerade schwieriger zu werden. Im Rahmen der Angst-Krise des letzten Jahres sind wir kritischer und empfindlicher geworden. Immerhin wurde uns oft suggeriert, das Kontakte “über Leben und Tod” entscheiden können. Angst polarisiert. Die geschürte Angst zu überwinden braucht Vertrauen. Wie können wir Selbstvertrauen und Mut stärken? Dazu würde ich gerne mehr Antworten liefern, aber zur Zeit tauchen mehr Fragen auf. Immerhin kann ich euch Antworten liefern, was wann wo in tantrischer Hinsicht geplant ist. 

Vor allem der Einsteigerkurs über 10 Wochen ist ein großes Herzensanliegen, weil darin lokale Gemeinschaft gelebt wird, die weiter tragen kann. Die gewonnene Selbsterfahrung ist gute Basis für weitere Selbstverwirklichung. 

Weiter kann ich immer wieder individuelle Tantramassage-Kurse für Paare nach Vereinbarung  empfehlen, wo auf die Persönlichen Bedürfnisse tief eingegangen werden kann. Hier erlebe ich immer wieder Heilungsprozesse.

Nachrichten

Roland Becker, der seit langem mit seiner Lebendigkeit in der Leipziger Tantra-Szene dabei war und in den letzten Jahren mit Hella immer wieder die Freunde der Tantramassage eingeladen hat, ist am 2. März im Alter von 81 Jahren verstorben.

Die Tantramassage-Treffen, zu denen Roland und Hella in den letzten Jahren hier in Leipzig eingeladen haben, werden von Hella Holter mit Unterstützung durch Stefan Rohloff weiter geführt. Wer Interesse hat, kann sich auf den Verteiler von Hella setzen lassen.

NEUANFANG – NEUE WEGE: Sähe jeden Tag Samen des Lichts, der Hoffnung und der Liebe. Die BeFree-Abende, zu denen Kristin, Cornelia und Stefan als Assistenten von Regina Heckert seit 2013 in Leipzig eingeladen haben, werden von Stefan und Hella Titel Capella-Abende weiter geführt. Wer Interesse hat, kann sich an Stefan (capella.leipzig@gmail.com) wenden, um auf den Verteiler aufgenommen zu werden.

Helfried Siegel (mein Namensvetter) sucht Interessenten für ein Wohn- und Projekthaus, weil er eine interessante Immobilie (ehem. Jugendherberge bei Dahlen) im Auge hat. Er bittet mich, das weiter zu leiten. Meldet euch bei he-sie@posteo.de

Claudia Hoffmann lädt ein zu Workshops “Abgrenzen und Nehmen können, Übungsgruppe zu persönlichen Grenzen mit Übungen des Wheel of Consent” ab 22.9.

Anjoka ist nach Hamburg gezogen. Der Weg-des-Tantra führt sie woanders hin.

Das Anukan-Seminarzentrum wird auch wirtschaftlich gebeutelt. Katrin Laux schreibt in ihrem letztn Rundbrief “Aufgeben oder kämpfen? Beides fühlte sich nicht richtig an. … die Kunst des Gebetes: Nicht wünschen und bitten, sondern visualisieren und dankbar sein.” Und dann kamen wunderbare Ideen und Menschen, die sie finanziell unterstützen.

Klaus Sadadasa sucht für sein Devapujana-Tantra ein kleines Seminarhaus zum Kauf oder Pachten mit mindestens 60 m² Gruppenraum und ist dankbar für Hinweise und evtl. Mitstreiter. Nachrichten an sadadasa@devapujana.de 

Buchtip

Tatsächlich gab der Mangel an Veranstaltungen im letzten Jahr mehr Zeit zum lesen. 

Interessant war für mich, gerade in schwierigen Zeiten, immer wieder in der Bhagavat-Gita zu lesen. Eine zeitgemäße Version für westliche Leser bietet Jack Hawley (2001), übersetzt ins Deutsche und im Goldmann-Verlag erschienen. Im Gegensatz zu Sanskrit-nahen Arbeitsbüchern der Yogalehrer-Ausbildung lässt sie sich flüssig lesen und bietet moderne inspiration. Ich habe mich während der diversen Corona-Demos in Arjuna wieder gefunden. Die Hauptfigur steht auf dem Schlachtfeld zwischen den Fronten, wo auf beiden Seiten Freunde und Verwandte zum Kampf bereit gegenüber stehen, und Krisha erklärt ihm seinen inneren Frieden zu finden.

Ganz im Gegensatz zu diesem inneren Frieden rüttelt ein anderes Buch auf. Ich teile hier mit euch Bücher, die ich lese und die ich für eine friedliche und liebevolle Welt für wichtig halte, auch wenn sie nichts mit Tantra zu tun haben. “Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen” von Jens Berger (2018), beschreibt detailliert und gut recherchiert die Machtfülle der Finanzelite und wie ihre gut geschmierten Netzwerke es geschafft haben, die Finanzwirtschaft der demokratischen Kontrolle weitgehend zu entziehen, obwohl dieser Wirtschaftsbereich die Welt schon mehrfach nahe an den Abgrund geführt hat. Hier gibt es keine Verschwörungsmythen, sondern reale Geschichte. Dieses Buch ist schwierig für mich, da es meine Ohnmacht gegenüber den großen Ungerechtigkeiten vor Augen führt, und ich andererseits die Augen auch nicht vor der Realität verschließen mag. In meinem Umfeld habe ich viel mit ganz lieben Menschen zu tun. Gleichzeitig fühle ich in mir aber auch den Anteil eines friedlichen Kriegers, der angesichts gefährlicher gesellschaftlicher Entwicklungen wach gerufen wird, und die inneren Konflikte wie Arjuna (siehe oben) lösen muss. 

Meinung

Die folgenden Zeilen sind Ergebnis vieler Gedanken die mich beschäftigen. Sie haben nicht direkt mit Tantra zu tun. Bitte überspringen, falls du nur zu Tantra lesen magst. Ich persönlich vertrete ein Bild, dass Tantra eine ganzheitliche Weltanschauung ist, und auch zu tagesaktuellen gesellschaftlichen Themen Meinungen erarbeitet werden sollten.

Die geschürte Angst in der Corona-Pandemie trägt ihre Früchte. In meiner Wahrnehmung ist die zersetzende Wirkung zunehmend zu spüren. Nach eineinhalb Jahren geschürter Angst vor Krankheit, Armut oder Repression gehen vielen die Kräfte aus, sich gegen “Unsinn” zu wehren. Rückzug ist die Folge. Zuhören und aufeinander Zugehen ist sehr wichtig ist. Aber was soll ich machen? Was, wenn ich zuhöre, und das Gesagte (meines erachtens) sachlich falsch ist, oder die Relationen völlig verschoben sind? Ich plädiere für sachliche Argumente.

“Du wirst schon sehen”, “Ein Infektionsrisiko ist nicht ausgeschlossen”, … Wenn diffuse Andeutungen als Drohung emotional aufgeladen werden oder als Begründung für autoritäre Strukturen herangezogen, sollten wir aktiv gegensteuern. Manchmal denke ich: “Das Schüren von diffusen Ängsten sollte zum Straftatbestand gemacht werden!” Nicht im rechtlichen Sinne, aber gesellschaftlich geächtet. Wer von Gefahren spricht, sollte sie konkret benennen. Nur so können wir lernen, mit Gefahren umzugehen. Das gilt nicht nur für Kinder. 

Nachdem die bürgerliche Presse uns monatelang mit Corona-Todesstatistiken bombardiert hat, kommen nun Impfkritiker mit angeblichen Todesgefahren, die noch deutlich schlechter nachvollziehbar sind, als die Daten der Infektions-Hysteriker. In einer gesellschaftlichen Pendelbewegung haben in letzter Zeit die “Mahner und Warner” Oberwasser. Die mutigen werden ausgebeutet oder verunglimpft. Ich hätte gerne einen treffenden aber sympatischen Sammelbegriff für diejenigen, die angesichts einer mittelmäßig gefährlichen Krankheit das Leben still legen wollen. Wie sollen wir die Leute nennen, die es richtig finden, das mit vielen Tausend Euro öffentlichen und privaten Aufwand ein ¾ Jahr keine Yogakurse stattfinden, obwohl Yoga genau das bietet, was wir in der Corona-Krise brauchen: Stärkung des Immunsystems und Gelassenheit bei Stress?

Weitere Meinungen blogg ich auf www.kulturtempel.de. Ich finde Wahlen z.B. wichtig. Ich sehe Gefahren in der Machtkonzentration großer Finanzkonzerne. Die politische Arena ist ein Raubtierkäfig. Ein anarchistischer Umgang mit Gottheiten kann helfen. 

und sonst? 

Ich hoffe, das du persönlich in deiner täglichen spirituellen Praxis (sadhana) eine Kraftquelle gefunden hast. Ich wünsche dir Glück und Zufriedenheit. Möge dein Mitgefühl sich erweitern und Mut und Tatkraft bringen. 

Namasté – Ich grüße das Göttliche in dir. Helfried

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