Tantra in Leipzig – Rundbrief 26 – 4/2018

Liebe Tantrika und Freunde in und um Leipzig,

Lebendigkeit zeigt sich im Frühling mit besonderer Kraft. Ich hoffe, das du sie auch in deinen Zellen fühlen kannst.

In diesem Rundbrief geht es wieder um unsere nächsten Angebote, ein paar Gedanken zum tantrischen weg,  Nachrichten aus der Szene und eine Aufstellung aller mir bekannten Tantra-Veranstaltungen rund um Leipzig.

Wenn du ein tantrisches Lebensgefühl aus Kursen oder Jahrestraining kennst, aber schon einige Zeit nicht mehr genossen hast, dann bietet sich Ende nächster Woche, am Sonntag 6.5. an, ein Tantra-Ritual auf Spendenbasis an, einfach so, zum eintauchen in die besondere Energie. Oder auch zum Wiedersehen lieb gewonnener Menschen, z.B. aus deinem Kurs – dann verabrede dich. Die weiteren (Mittelstufe) Ritual-Treffen, über das Jahr verteilt, dienen der Vernetzung und Auffrischung. Tantra kann auch als (soziales) Gewebe übersetzt werden.

Falls du noch keine Tantra-Erfahrung hast, aber dich angesprochen fühlst, dann lasse dich systematisch darauf ein, im geschützten Rahmen eines Seminars, da Tantra als Erfahrungswissenschaft nicht aus Büchern gelernt werden kann. Am 8.-10.6. bieten wir wieder ein Einsteiger-Wochenende auf Spendenbasis an.

Massage-Kunst will gelernt werden. Helen und ich bieten Ende Juni wieder eine Einführung in die tantrische Berührungskunst. Die Fähigkeit eine energetisch gute Massage zu geben, sollte zur Allgemeinbildung gehören. Falls du selbst, als Empfänger dieses Rundbrief, schon dabei warst, kannst du das Seminar vielleicht weiter empfehlen?

Sarah Lenze (bekannt zusammen mit Dirk Liesenfeld),  streckt ihre Fühler nach Leipzig aus und wir organisieren gemeinsam am 20./21.7. einen QLB-Abend und einen Tagesworkshop  Bewusstseinsvertiefendes Atmen.

Gedanken

Vielleicht stellt sich die Frage, was dich als Rundbrief-Leser auf den tantrischen Pfad bringt, wie der aussieht und wo er dich hin führt. Im Gegensatz zu vielen anderen Weltanschauungs-Systemen, ist der tantrische Weg nicht vorgezeichnet, auch wenn verschiedene Angebote so etwas wie eine systematische Einführung suggerieren. Das sieht dann eher so aus, das aus der breiten Palette von Möglichkeiten ein paar ansprechende Übungen wie auf einem Buffet ausgebreitet sind. Wo du dich wirklich berühren lässt und was du aufnimmst, bleibt deine Entscheidung. Nach einiger Zeit sammeln sich aber meist Erfahrungen an, die mehr Lebendigkeit in dein Leben bringen.

Tantra verunsichert, weil die Reihenfolge der Schritte nicht festgelegt ist. Ein Beispiel mag das verdeutlichen: Ein verbreitetes gegenseitiges Vorurteil zwischen amerikanisch Soldaten und deutschen Mädchen basiert auf einem kulturellen Missverständnis. In jeder Kultur ist die Annäherung zwischen Männern und Frauen durch eine typische Reihenfolge von z.B. 10 Schritten gekennzeichnet. Irgendwo zwischen dem ersten Blick und dem Zeitpunkt wo beide im Bett landen, gibt es meist einen ersten Kuss. Bei den Deutschen ist der Kuss üblicher Weise bei Stufe 4, bei den Amerikanern aber bei Stufe 7. Wenn das deutsch Mädel dem netten Soldaten also irgendwann beim Tanzen einen Kuss gibt, denkt er, das er nur noch 3 Schritte vom Sex entfernt ist und legt richtig los.

Auf dem tantrischen Weg ist die Reihenfolge der Stufen bis zur Selbstverwirklichung frei. Du kannst mit Sex und Tantramassage anfangen und zur Meditation kommen, oder über Yoga und Meditation zum tantrischen Sex. Herzöffnung, Willenskraft, Kommunikation, geistige Klarheit und emotionale Offenheit gehören auf jeden Fall irgendwann dazu, um mal einige praktische Entsprechungen der Chakra-Energetisierung zu nennen.

In Tantra-Kursen wird aber nicht nur auf die “Selbstverwirklichung” hin gearbeitet sondern auch viel Lebenspraktisches über Beziehung, Liebe, Sex und Kommunikation gelernt, und du triffst auf ein Umfeld von ähnlich neugierigen Menschen, die sich berühren lassen (nicht unbedingt körperlich) und selbstverantwortlich handeln. Das ist in einer berührungsarmen Kultur, in der immer mehr Verantwortung an anonyme Algorithmen abgegeben wird, schon sehr viel.

Neues aus der Tantra-Szene

  • Mara von Secret-of-Tantra hat ihre eigene Praxis Herzwärts in Belzig eröffnet.
  • Karsten Wolf möchte eine tantrische Experimentiergruppe in der Werkstatt-des-Lichts gründen.
  • Die BeFree-Ritual-Abende in Leipzig erliegt nach einigen Jahren weiterer Transformationsschritte (Neusprech für: gibt es gerade nicht mehr)
  • Die seit über 10 Jahren bestehende freie Tantra-Gruppe “Santosha” unterliegt/erliegt ebenfalls der “Transformation”. Diese Gruppe war im Kern aus mehreren Secret-of-Tantra-Jahrestrainings zusammen gesetzt und hat sich unter verschiedenen Namen  mehrfach pro Jahr getroffen. Die soziale, freundschaftliche Verbindung ist noch spürbar, aber es reicht nicht mehr für organisatorische Kontinuität. Eine wichtige Erfahrung war, das die Mischung aus Paar- und Single-Dynamik bei einer schrumpfenden Gruppe mehr divergierende Kraft entwickelt hat. Die letzten Beteiligten laden ein, sich am 14.-16.9. zum tantrischen Paar-Ritual unter der Leitung von Helfried im Yogaladen wieder zu treffen.
  • Das neue sogenannte ProstituiertenSchutzGesetz entpuppt sich als orwelsches NeuSprech-Monster und entfaltet seine vermutlich beabsichtigte Wirkung schon jetzt, bevor in Sachsen das Ausführungsgesetz verabschiedet ist. Viele Tantramasseurinnen ziehen sich zurück. Tantramassage wird mit kostenpflichtiger Zwangsberatung, Hurenregister und Datenweitergabe drangsaliert, während die schutzbedürftigen osteuropäischen jungen Frauen von diesem Gesetz nicht erreicht werden. Auf einem von der Stadt Leipzig eingeladenen Arbeitskreis Sex-Arbeit wird versucht private Spenden für die medizinische Versorgung von Not leidenden zu sammeln, während das Land Sachsen hunderttausende Euro von den Betroffenen für Zwangsberatungen eintreiben will. Es ist traurig und pervers. Sämtliche Sachverständigen in der Entstehungsgeschichte des ProstSchG wurden ignoriert. Gerne würde man die Verantwortlichen dafür in einer konservativen CSU suchen (um politische Klischees zu bedienen), aber das BMFSFJ wird seit Jahren von der SPD geführt. Meinen Schriftwechsel mit dem Ministerium dazu kannst du nachlesen.

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