Archiv des Autors: Helfried

Feiertage im Tantra

Als soziale Wesen ist eines unserer Bedürfnisse, den Zusammenhalt im Kreise unserer Nächsten zu fühlen (und sich dessen zu versichern). Das ist ein Aspekt gemeinsamer Feste und Rituale. Mir persönlich gefallen die tantrischen Feste am besten. Da fühle ich mich gut aufgehoben und mit meinen Bedürfnissen gesehen. Aber in unserer Kultur sind tantrische Feste nicht sicher etabliert, so wie z.B. Weihnachten. Irgendjemand lädt zu einem Ritual ein, oder ein kommerzieller Dienstleister bietet eine Veranstaltung an. In einer Weltanschauungsgemeinschaft – und ich möchte Tantra als solche etablieren – ist klar, wann welche Feste gefeiert werden und die Frage ist nur “wie”. Ob ich den Jahreswechsel alleine im Dunkeln meditierend meine Bedürfnisse optimal befriedige oder in Familie, Gruppe, Kirche, Tempel, Stamm oder Dorf ist wahlfrei.

In der tantrischen Kultur taucht als Feiertag eigentlich nur Shivaratri eindeutig auf. Vermutlich liegt das daran, dass viele traditionelle tantrische Rituale eher im Verborgenen stattfinden mussten. Shivaratri wird traditionell nach dem Hindu-Kalender bestimmt und Ende Februar oder Anfang März gefeiert.

Da wir Tantrika gerne ganz alte ursprüngliche Quellen für uns in Anspruch nehmen, ist es folgerichtig, die universellen Feiertage des Jahreskreises wie Sonnenwende oder Frühlingsanfang zu feiern und unsere gemeinsamen, verbindenden Feste auf diese Termine zu legen. Ich möchte dafür werben, diesen Gedanken in unserem tantrischen Bewusstsein zu verankern und darüber hinaus im persönlichen Umfeld weitere Rituale terminunabhängig zu feiern.

Was mich in Indien fasziniert hat, war das Nebeneinander verschiedenster Religionen. Zunehmend beflügelt mich das Bild einer pluralistischen Gesellschaftsordnung, in der “die Anderen” weniger auf die Bedrohung für das eigene Weltbild abgecheckt werden, sondern auf die Qualität ihrer Feste. Ich glaube, in der Art zu feiern, drückt sich vieles aus. Gemeinsam ist das Gefühl von Fülle. Sättigung bzw. Befriedigung von Bedürfnissen, die in einer entbehrungsreichen Zeit zurückgestellt wurden. In der gewaltfreien Kommunikationstheorie wird erklärt, Gefühle sind Hinweise auf Bedürfnisse. Und wenn gerade mal alle Bedürfnisse satt sind (befriedigt sind), dann stellt sich das Gefühl von Freude ein. Im Yoga wird erklärt, der “natürliche Zustand” sei “Sat-Chit-Ananda” (Sein, Wissen, Glückseligkeit). Zwei Erklärungen für die gleiche Idee. Tue das, was notwendig ist, um deine Bedürfnisse zu befriedigen und freue dich darüber. Mehr ist nicht zu tun. 

Politaktivismus oder Spiritualität? 

Auf den ersten Blick scheint politisches Engagement und spirituelle Entwicklung gegensätzlich. Aber die Ziele sind ganz ähnlich. Nur der Weg ist unterschiedlich. Die einen wollen die Welt im Außen verändern und die anderen meinen, dass wir bei uns selbst anfangen müssen. Dabei wissen sowohl die einen, als auch die anderen, dass Entwicklung immer interaktiv in kleinen Schritten geschieht. Natürlich gibt es auf beiden Seiten extremistische Positionen, aber alle guten Gruppen und Individuen haben beides. Das größere, transzendente, über die einzelne Person hinausgehende – und das individuelle, die persönlichen Bedürfnisse befriedigende, auf persönliche Beziehungen basierende. Ich benutze gerne die Dualität zwischen Sachorientierung und Beziehungsorientierung. Hälfte-Hälfte erscheint erstmal ein guter Ansatz. Gruppen, die nur nach innen schauen, halten über persönliche Freundschaften hinaus nicht lange und die, die nur im Außen agieren, lösen sich nach wenigen Jahren auf. Individuen, die sich nur um sich selbst drehen und nur auf der “Suche” sind, “finden” sich selten. Nicht umsonst haben viele erwachte Meister großartige Bewegungen oder soziale Projekte im Außen gegründet. Das erweiterte Mitgefühl, wie die Erleuchtung im Buddhismus heißt, führt zum Engagement für andere Wesen. Für mich persönlich war es prägend, im politischen Aktivismus eine emotional gut verbundene Gruppe von Gleichgesinnten um mich zu haben, mit denen ich oder “wir” zusammen etwas bewirken konnten. Damals hieß eine anarchistische Parole “bildet Banden”. Heute würde ich dafür plädieren, ganz bewusst und reflektiert seine sozialen Zusammenhänge zu gestalten. Ob die Organisationsform dann Freundeskreise, Gruppen, Organisationen, Firmen oder Parteien sind, halte ich für nachrangig. Das tantrische Prinzip, auf dem Altar der persönlichen Verehrung diejenigen Aspekte in den Vordergrund zu holen, die jetzt dran sind und die anderen Aspekte einfach etwas in den Hintergrund zu schieben, statt sie zu verdammen, das halte ich für wichtig. Mit Verehrung meine ich das, wofür du dich engagierst und bei dem Begriff Aspekte denke ich an Gottheiten. In unserer Kultur, die durch monotheistische Religionen geprägt wurde, wird oft “ganz oder gar nicht“ propagiert, sozusagen digital, an oder aus. Unsere vielschichtige, zunehmend multipolare Welt und Gesellschaft lässt sich mit der tantrischen Weltanschauung viel besser abbilden.

Mediale Resilienz

In einem Workshop der AOK über “Mediale Resilienz” (u.a. für Yogalehrende) wurde gezeigt, dass Fremdbestimmung ein ganz zentraler Stressfaktor ist. Da schließen gesellschaftliche Gedanken an. Aber Stress als Zustand des Nervensystems, der bei dauernder medialer Überflutung, ständiger Erreichbarkeit und viel zu häufiger Unterbrechung kaum noch Pausen bekommt, braucht primär ganz praktische Verhaltensweisen.

Mediale Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, die eigene digitale Mediennutzung sowohl im Alltag als auch unter Belastung souverän, gesundheitsförderlich und zielgerichtet zu gestalten. Man kann auch sagen: produktiv und selbstbestimmt. Leider sind die Algorithmen genau anders ausgelegt. Sie wollen Aufmerksamkeit um jeden Preis. Ausgebildete Fachleute optimieren die Algorithmen darauf, dich süchtig zu machen; egal wie gut die dargebotenen Inhalte sind. 

Wichtig fand ich Hinweise für eine Strategie im Umgang mit digitalen Medien. Die wesentlichen Stressoren lassen sich in fünf Bereiche einteilen: Überflutung, ständige Erreichbarkeit, häufige Unterbrechungen, soziale Erwartungshaltungen, technische Unzuverlässigkeit. Durch ständige Erreichbarkeit kann mensch nie ganz abschalten. Unterbrechungen verlangsamen den Workflow. Soziale Erwartungen in Socialmedia (Angst vor Shitstorm oder Totenstille) belasten emotional. Und technische Zuverlässigkeit kann wichtige Arbeit behindern. Die Strategieempfehlung ist, für sich selbst den wichtigsten Stressfaktor zu identifizieren und gezielt nur dazu eine Verhaltensanpassung einzuüben. Für mich persönlich frist die innere Fragmentierung Arbeitszeit, weil ich immer, wenn die Gedanken nicht gut fließen, noch mal die Nachrichten checke. Digital Detox ist leider keine alltagstaugliche Lösung. Selbstbestimmte Mediennutzung (also welche Medien, wann und wie lange?) braucht:
1) Reflexion, d.h. Analyse des eigenen Verhaltens,
2) Wissen über die Vorgänge hinter den Medien und im eigenen Körper
3) Strategien, d.h. Versuch und Irrtum, um hilfreiche Methoden auszuprobieren und dann im Alltag zu etablieren.   

Ich kann die Arbeit von Extrazwei.de als bereichernd weiter empfehlen.

Gemeinschaft und ein anarchistischer Umgang mit Gottheiten

Anregung zur Diskussion. In der Graswurzel-Revolution 504 erscheint mein „Plädoyer für einen anarchistischen Umgang mit Gottheiten“ mit der Idee, Tantra und Anarchie etwas mehr zusammenzubringen. Ich bin neugierig auf Reaktionen aus politisch aktiven Kreisen, aber auch aus spiritueller Perspektive ist gesellschaftliches Engagement für freiheitliche, soziale und ökologische Themen gefordert.

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Mehr Liebesschulen!

Am 8.9. ist in der Leipziger Volkszeitung (LVZ) ein Artikel * erscheinen zum Thema Sexualtherapie und Prostitution. Die LVZ ist auf meine Presse-Mitteilung eingegangen, dass das Ordnungsamt in Kafkaesken Verwirrungen des Verwaltungsrechtes zu der peinlichen Entgleisung kam, dass „sexualtherapeutischen Tätigkeiten … Prostitution …“ seien. Alternativ zur patriarchalen Ordnung des Amtes möchte ich mehr Liebesschulen. Aber was bedeutet das?  

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Tantra-in-Leipzig – Rundbrief 43 (8/2025)

Liebe Tantrika und liebe Freunde, 

hier kommt der neue Tantra-Rundbrief mit aktuellen Neuigkeiten für die Region Leipzig. Der Tantra-in-Leipzig-Rundbrief zieht nach 13 Jahren auf einen Newsletter-Server um und wird damit DSGVO-konform.

Ich hoffe, ihr habt einen schönen Sommer mit viel Luft und Liebe. Seit dem letzten Rundbrief am Jahresanfang hat mich noch mal eine depressive Phase erwischt. Daher erst jetzt der nächste Tantra-Rundbrief.

Ich komme gerade von einer Woche Bergwandern mit Julia und einem Ausflug in die Sächsische Schweiz mit meiner Schwester zurück, die müden Glieder in Lützkewitz im Mühlgraben kühlen und in den Himmel schauen. Hier sprießt die Lebendigkeit in allen Kräutern und der Anblick praller Äpfel an tief herunterhängenden Ästen macht Lust … auf Apfelsaft. Meine Schwester sagte, dass ich etwas über das biblische Thema Lust und Äpfel schreiben sollte. Die Ernte werden Julia und ich dieses Jahr nicht einfahren können, da wir zu der Zeit nach Indien wollen.Ganz besonders freue ich mich auf das Einsteigerwochenende in Lützkewitz am kommenden Wochenende. Die erste Seminarleitung mit Julia zusammen an diesem Wunderschönen Ort.. 
Es folgen unsere eigenen Termine, Kurznachrichten, Artikel und der Tantrakalender, in dem wir wieder richtig viele interessante Veranstaltungen gesammelt haben. 

Nachrichten

Die Sommerschule von Secret-of-Tantra im Parimal war ein besonderes Erlebnis, mit über 50 fortgeschrittenen Tantrika konnten wir eine durchgehend hohe Schwingung erleben. Da wurde für mich wieder spürbar, wofür sich die Mühen der regelmäßigen Sadana lohnen. 

Das Anukan zieht um. Die lichten Räume über den Dächern von Dresden sind bald Vergangenheit. Die neuen Räume im Dachgeschoss der noblen Villa “Stadtschloss am Puschkinplatz” versprechen spannende Zeiten und wirken mit viel Holz wie ein Nest. 

Beim Anukan-Festival in Gosberg werden sich viele Tantrika am 22.-24.8. wiedersehen. 

Der Termin für das nächste Open-Heart-Festival von Secret-of-Tantra steht fest am 1.-5.7.2026. Und es kollidiert leider wieder mit dem gleichzeitigen und lohnenden Cat&Cow-Festival.

Einige Leipziger Tantrika haben sich beim Cat&Cow getroffen und in Zelten den Sommer und Yoga gemeinsam genießen. 

Der Evaluationsbericht zum ProstSchG empfiehlt einen differenzierteren Umgang mit Tantramassage. (Original, TMV-Stellungnahme

Das Ordnungsamt der Stadt Leipzig dreht hohl und vertritt seit Februar die Ansicht, dass “sämtliche sexualtherapeutischen Tätigkeiten” als Prostitution anzusehen sind (Siehe Link). Das ist eine unbeabsichtigte verwaltungsrechtlich logische Konsequenz einer Stellungnahme der Landesdirektion. Ich denke, dass so etwas einen Presseartikel wert ist, finde aber keinen Redakteur dazu. Habt ihr Hinweise oder kennt jemand jemanden? Der Fall liegt jetzt beim Verwaltungsgericht. 

 Literaturtipp

Entwicklungstrauma heilen”, Heller und Lapierre, Kösel Verlag.

Ich arbeite mich noch durch das 400 Seiten Fachbuch und habe so manche Kritik, aber das Thema ist für viele so präsent, dass es sich lohnen dürfte. Meine Kollegin Uta hat es in einem Wochenende verschlungen und war begeistert.  

Tantra in Leipzig – Rundbrief 42 (1/2025)

Liebe Tantrika und liebe Freunde,

hier kommt der neue Tantra-Rundbrief mit aktuellen Neuigkeiten für die Region Leipzig. 

Persönlich arbeite ich mich so langsam aus einem emotionalen Loch heraus. Loslassen ist meine spirituelle Aufgabe, womit sich auch wieder neue Möglichkeiten eröffnen. Sylvester in Zweisamkeit ließ Raum für Reflektion. Ich wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr und eine kontemplative Zeit für Rückblick. Die ruhigen Tage haben Julia und ich genutzt, um über Perspektiven in Lützkewitz17 nachzudenken. Wir freuen wir uns auf schöne Zeiten und hoffen den einen oder anderen von euch hier zu begrüßen. Morgen geht es für mich zu Tempelpriesterweihe ins Anukan. 

Es folgen: unsere eigenen Termine, Kurznachrichten, Artikel und der Tantrakalender, in dem wir wieder richtig viele interessante Veranstaltungen gesammelt haben. 

Nachrichten

Der Tantra-Grundkurs über 12 Wochen ist unserer Erfahrung nach ein besonderes Highlight, den ich nochmal bewerben möchte. Tantra als Befreiungsweg wird in diesem Kurs immer wieder an der Entwicklung der Teilnehmenden sichtbar. Siehe Grundkurs

In Lützkewitz17 werden wir nun, da die Baustelle der Vergangenheit angehört, die Schönheit wieder entfalten. Es soll ein Ort werden, an dem Körper, Geist und Seele in Einklang kommen und tiefe spirituelle Erfahrungen gemacht werden können.

Wir bieten nun ein **Fortgeschrittenentraining in 3 Modulen**, für alle, die noch tiefer in ihre Praxis eintauchen möchten. Dieses Training ermöglicht intensive Erfahrungen, vertiefte Meditationstechniken und erweiterte Atempraktiken. Für diejenigen, die sich nach mehr sehnen, ist dies die Möglichkeit, die eigene Praxis auf das nächste Level zu heben.

Wir möchten Fülle, Sinnlichkeit und emotionale Tiefe verbinden. Das erste Treffen findet im März mit dem Titel Traditionelles Wissen statt.  

Ein weiteres Highlight in Lützkewitz wird mit Uta und Julia das **Frauenseminar „Wild, Weich und Weiblich“**. Hier erleben Frauen die intensive Wirkung der Kombination aus Massage und Meditationen, die im geschützten Raum einer spirituellen Schwesternschaft eine ganz besondere Tiefe und Kraft entfaltet. Diese Erfahrung stärkt das weibliche Selbstbewusstsein und fördert die Verbindung zu unserer wahren, ungezähmten Natur.

Claudia Hoffmann hat in Merschwitz an der Elbe einen neuen Ort gefunden, behält aber ihre Praxis in Leipzig. Siehe  heilungsraum-leipzig.de/ 

Ich freue mich auf das persönliche Kennenlernen des Intaeger nächste Woche. Frauke, Daniela und Seckin begleiten Reisen zu mehr Lebensfreude, innerer Klarheit und emotionaler Freiheit. 

Sabine Mohr, eine tantrische Freundin, hat im Oktober eine psychologische Beratungspraxis eröffnet und bietet mit “Poly Luchs” eine Veranstaltungsreihe für Polyamores L(i)eben an. 

Wir werden unsere Angebote zu einer Übungsleiter-Ausbildung erweitern (siehe unten).

Birgit Richter, freut sich immer wieder sehr, von Aloha am See nach Leipzig zu kommen, um ihr Herzensprojekt zu leben, Menschen über Berührung in einen tiefen Kontakt mit sich selber und zu anderen Menschen zu bringen und darüber vollständiger und glücklicher zu werden. Sie ist berührt und beglückt, wie wohltuend und heilsam, achtsame und bewusste Berührung wirkt.  In den Gruppen erfährt sie immer wieder, wie ein heilender (heiliger) Raum und dadurch ein verbundenes und friedliches Sein von Männern und Frauen, von Menschen entsteht. Dies ist ihr Beitrag zum inneren und damit auch äußeren Frieden. Birgit lietet gemeinsam mit Helfried die Tantramassage Ausbildung. Wer ihre Art der Berührung kennenlernen möchte, kann gerne zu Einzelsessions in den Yogaladen kommen (Taomassage, Tantramassage, Schoßraumbeheimatung und Lomi-Lomi) Für nähere Infos und Terminabsprache schaut auf www.in-berührung-sein.de  oder mailt an bc.richter@gmx.de.

Tantragemeinde e.V.

So überzeugt ich auch vom Konzept der Tantragemeinde bin, so nützt es alles nichts, solange keine emotionalen Bindungen entstehen. Der Spruch vom Propheten, der im eigenen Lande nichts gilt, lässt sich scheinbar auf die Tantragemeinde anwenden. Die Leipziger Sangha will mit dem gemeinnützigen Verein nicht so richtig. 

Die Idee hinter dem Verein ist, eine größere, beständige Struktur für dynamische kleinere Gruppen aufzubauen. Ich bin der Überzeugung, wenn Tantra gesellschaftlich wirksam werden soll, dann braucht es Gruppen jenseits kostenpflichtiger Dienstleistungsangebote und es braucht Institutionen, die diese Gruppen gesellschaftlich vertreten und Orientierung bieten können. Emotional verbundene kleine Gruppen und institutionalisierte Gemeinschaft ergänzen sich. Wir sammeln Informationen über lokale Gruppen und möchten Kontakte herstellen. Mittelfristig möchten wir den Gruppenaufbau durch Übungsleiter-Ausbildungen unterstützen (siehe oben).  

Praktisch werde ich als nächstes die Webseite Tantra-Sangha.de aufbauen und ich überlege, den Tantrakalender dorthin umzuziehen. Vereinsmitglieder werden ihre Veranstaltungen da für 5€ je Eintrag posten können und andere müssen normale Werbepreise zahlen. Vereinsmitglieder bekommen zumindest bei meinen Seminaren Rabatt und ich werde versuchen, andere Institute und Lehrende für den Verein zu gewinnen. 

Literaturtipp

Ich bin die letzten Monate nur wenig zum Lesen gekommen und habe dem Trend folgend öfter mal digital geschaut. Eine SWR-Produktion über Regina Heckert fand ich bemerkenswert im öffentlichen Rundfunk. Die Liebes-Lehrerin – von der Kirche zum Tantra 

Toxische Weiblichkeit” Sophia Fritz schreibt in diesem feministischen Sachbuch über 5 stereotype Rollenbilder, die sich Frauen in patriarchal geprägten Gesellschafts- und Familienstrukturen angeeignet haben. Im Rahmen des feministischen Diskurses ist neben der Aufarbeitung männlich-patriachaler Verhaltensweisen auch eine Auseinandersetzung mit weiblichen Entsprechungen sinnvoll, um ein authentisches Miteinander von Mann und Frau zu ermöglichen. Das Buch ist eher ein Essay, als eine wissenschaftliche Arbeit. Die Autorin hat unter anderem als Trantramasseurin gearbeitet.   Julia schreibt dazu: „Für mich ein Augenöffner.“ Ich habe mich oft wiedergefunden und möchte das Buch allen Frauen – und auch den Männern 😉 – ans Herz legen. 

 Wer mehr wissen will: www.podcast.de/episode/627501923  oder gleich das Buch kaufen! 

Übungsleiter-Ausbildung

Wir möchten eine Tantra “Übungsleiter-Ausbildung” anbieten. Vergleichbar mit Sportvereinen oder religiösen Laiengruppen, soll das Grundwissen vermittelt werden, um tantrische Treffen zu leiten und Gruppen aufzubauen. 

Der Begriff “Tantralehrer” sollte einem professionellen Anspruch gerecht werden und hätte im traditionellen Indien mindestens die Erleuchtung zur Voraussetzung. Daher möchte ich eher von Übungsleiter sprechen. In Sportvereinen gibt es Übungsleiter-Ausbildungen, die Selbstkompetenz, Fachkompetenz , Methodenkompetenz und Sozialkompetenz vermitteln. Das passt. 

Da Tantra kein geschützter Begriff ist, möchte ich nicht irgendein weiteres Zertifikat auf den Markt bringen, sondern zusammen mit anderen Tantralehrenden ein Curriculum abstimmen, Welche Anforderungen zur tantrischen Gruppenleitung Mindestvoraussetzungen sind und welche Empfehlungen dazu kommen. Am Ende steht vielleicht im Rahmen eines übergeordneten Vereins ein anerkannter Standard.  

Da ich mich auch erst aus einem persönlichen Tief herausarbeite, kann ich in diesem Rundbrief vorerst nur Ankündigungen machen, deren Details in den nächsten Monaten erarbeitet werden. Den aktuellen Stand könnt ihr demnächst bei Tantragemeinde nachlesen. 

Tantrakalender für Leipzig und Umgebung

Die aktuelle Fassung des Tantrakalender findest du im Netz auf Tantrazentrum-Leipzig.de 

Künstliche Intelligenz im Rundbrief?

Ich bin vermutlich bei einigen von euch für mein Art bekannt, Dinke ohne Schnörkel und manchmal mit Kraftausdrücken garniert zu benennen. Die andere Seite, bei der ich auch lavieren und rumeinern kann, kennen auch manche Menschen aus meinem Umfeld. Solche Eigenschaften fördern nicht gerade die Fähigkeit, gute Werbetexte für emotional tiefgehende Tantraseminare zu schreiben. Für unsere Arbeit auf den Seminaren weis ich, dass ich (bzw. wir) den Vergleich mit anderen Seminaranbietern nicht zu scheuen brauchen.

Für diesen Rundbrief kam die Idee auf, doch mal ChatGPT zu nutzen, und es ist verblüffend, was für schöne Texte diese Software aus ein paar „Produktinformationen“ zaubert. Es ist offenkundig, dass sich die Software an den vielen wunderschönen und vielversprechenden Werbetexten anderer Seminaranbieter orientiert.

Meine Wunschvorstellung, dass sich selbständig denkende Menschen anhang von Informationen eine Meinung bilden und Entscheiden, steht im Widerspruch zur Werbung, die per Definiton Menschen zu Handlungen bringen soll, die sie sonst nicht machen würden. Werbung entspricht genau der Definition von schwarzer Magie (andere gegen oder ohne ihren Willen zu etwas zu bringen).

Nun bin ich laut Tarot auch ein „Magier“, der sich der richtigen Werkzeuge bedienen kann. ChatGPT ist ein Werkzeug. Es ist eine Tatsache, dass viele Menschen lieber „Honig ums Maul“ haben und sich gerne ziehen lassen, statt nüchtern zu entscheiden. Ich tue mich noch schwer und befürchte, dass die Zeit uns entwickeln wird.

Ein Versuch:

Stichworte für einen Text über das Projekt Lützkewitz: 

  • wie anstrengend die Baustelle in Lü war, wie untantrisch die Energie (Bier und Schnitzel)
  • über die erfahrenen Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Energien – Tantra und Bau – unter einen Hut zu bringen
  • wie sich die Mühen gelohnt haben und jetzt ein kleiner feiner Ort für Begegnung, Tantra und Naturerleben entstanden ist. 
  • Dass sich jetzt hier viel wunderbares und neues entfalten kann: 
  1. das Fortgeschrittenentraining in 3 Modulen für alle die tiefer gehen wollen
  • intensive spirituelle erfahrungen
  • fortgeschrittene meditations- und atemtechniken
  1. das Frauenseminar Wild, weich & weiblich: die intensive Wirkung der Kombination aus Massage und Mediationen im Schutzraum spiritueller Schwesternschaft erleben.
  2. persönliche Begegnungen mit Sauna, Natur und Lagerfeuer im wunderschönen Auenland

Das hat ChatGPT draus gemacht

**Die Baustelle in Lü – Ein Ort im Wandel**

Es war eine lange Reise. Die Baustelle in Lü, mit all ihren Herausforderungen und unzähligen Stunden harter Arbeit, hat uns nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gefordert. Hier, zwischen Staub, Beton und den Geräuschen von Maschinen, haben wir erlebt, was es bedeutet, echte Hingabe zu leisten. Die Energie, die in der Luft lag, war eine Mischung aus pragmatischer Baukraft und der sanften, aber kraftvollen Energie des Tantra – zwei Welten, die auf den ersten Blick wenig gemein haben. Doch genau hier, zwischen Bier und Schnitzel, zwischen Schraubenschlüssel und Meditation, haben wir einen einzigartigen Ort erschaffen.

Es war alles andere als einfach, die unterschiedlichen Energien von Bau und Tantra zu vereinen. Doch jede Stunde der Mühe, jeder Moment des Aufeinandertreffens von „harten“ und „weichen“ Kräften hat uns nähergebracht an das, was heute hier steht: Ein kleiner, feiner Ort für Begegnung, Tantra und Naturerleben – ein Raum, der zum Innehalten und Entfalten einlädt. 

**Der Lohn der Mühen: Ein Raum für Transformation und Begegnung**

Nun, da die Baustelle der Vergangenheit angehört, hat sich ein wundervoller Ort entfaltet. Ein Ort, an dem tiefe spirituelle Erfahrungen gemacht werden können. Wo Körper, Geist und Seele in Einklang kommen und neue Möglichkeiten der inneren Entfaltung sichtbar werden.

Hier können Menschen auf verschiedene Weisen in sich selbst eintauchen und die Welt mit neuen Augen sehen. Wir bieten nun ein **Fortgeschrittenentraining in 3 Modulen**, für alle, die noch tiefer in ihre Praxis eintauchen möchten. Dieses Training ermöglicht intensive spirituelle Erfahrungen, vertiefte Meditationstechniken und erweiterte Atempraktiken. Für diejenigen, die sich nach mehr sehnen, ist dies die Möglichkeit, die eigene Praxis auf das nächste Level zu heben.

Doch das ist nicht alles. Ein weiteres Highlight ist unser **Frauenseminar „Wild, weich & weiblich“**. Hier erleben Frauen die intensive Wirkung der Kombination aus Massage und Meditationen, die im geschützten Raum einer spirituellen Schwesternschaft eine ganz besondere Tiefe und Kraft entfaltet. Diese Erfahrung stärkt das weibliche Selbstbewusstsein und fördert die Verbindung zu unserer wahren, ungezähmten Natur.

**Ein Ort für persönliche Begegnungen und Erholung**

Neben den spirituellen und praktischen Angeboten bieten wir auch Raum für persönliche Begegnungen – sei es bei einem entspannenden Saunaaufenthalt, beim Wandern durch die wunderschöne Natur oder bei einem gemütlichen Lagerfeuer im Auenland. Hier geht es nicht nur um tiefgreifende spirituelle Praxis, sondern auch um das Zusammensein, den Austausch und das gemeinsame Erleben.

**Was nun wächst, ist ein Ort, an dem viel Wunderbares und Neues entstehen kann.** Ein Ort, an dem die Verbindung zur Natur und zum eigenen Inneren gestärkt wird und an dem neue Impulse für das Leben entstehen können.

Wir laden dich ein, Teil dieser besonderen Reise zu werden – in einem Ort, an dem Transformation und Heilung gleichermaßen möglich sind. Ein Ort für Begegnung, Tantra und Naturerleben.

und nun?

Der KI-Text klingt schön? Liest man gerne? Ist nicht Falsch! Ist nur nicht meins. Sollte ich mich nicht so wichtig nehmen und „euch“ das präsentieren, was „ihr“ gerne lesen würdet? ÜberRückmeldungen freue ich mich.

Was in Lützkewitz17 wirklich entsteht, könnt ihr dann auf der Webseite lesen, wenn es so weit ist.

Liebe Grüße
Helfried

Tantra in Leipzig – Rundbrief 41 (9/2024)

Liebe Tantrika und liebe Freunde,

hier kommt der neue Tantra-Rundbrief mit aktuellen Neuigkeiten für die Region Leipzig. Birgit, die einige von euch schon aus unseren Massage Kursen kennen,  wird Helfried in Zukunft unterstützen bei der Erstellung des Newsletters und des Tantrakalenders. 

Und schon wieder sind viele Monate vergangen seit dem letzten Rundbrief. Es sind wilde Zeiten. Persönlich auf der Baustelle in Lützkewitz17 und in der Welt drum herum. Die Bauzeit von Helfried findet  am 3.Oktober ein Ende. Ab dann gibt es auch wieder einen regelmäßigen Rundbrief.  

Nachrichten

Helfried und Birgit waren noch eine weile sehr beseelt von dem “Open Heart Festival”, welches Anfang Juli im ZEGG von Secret of Tantra veranstaltet wurde. 

Neben inspirierenden Workshops von hochkarätigen Tantralehrenden gab es bewegende Erfahrungsräume in der Gesamtgruppe im Großzelt z. B. zum Thema Versöhnung zwischen Mann und Frau. Es wurde viel getanzt zu Musik aufgelegt von fantastischen DJ’s. 

und live Musik von Paper Elefant.  Besondere Highlights waren Satsang und Shaktipat mit Edgar Hofer, Advaitas Erfahrungsräume und Silvios Vorträge, die intensiven Pranayama Sessions mit Manuel Hirning, die Lesung aus dem integralen Totenbuch von Wulf-Mirko Weinreich, das Mantrasingen mit Alea und and Band und vieles mehr. 

Unser persönliches Highlight waren die von uns gegebenen Workshops, das “Welleritual” von Helfried und der “Taste of Tao” Kurs von Birgit. Es wurde eine besondere Verbindung unter den  250 Teilnehmenden aufgebaut über die Festivaltage. Besonders berührend war die Abschlußspirale mit einem tiefen Augenkontakt in 250 Augenpaare. Eine gigantische Komaja mit so vielen wunderbaren Menschen. 

Bei dem, seit einigen Jahren wachsenden, wundervollen Cat&Cow-Festival am Mondsee bei Leipzig nimmt Tantra und Berührung einen wachsenden Stellenwert ein. Aus meiner Perspektive zeigt sich das in der Yogaszene allgemein. Es entwickelt sich. Yoga hatte vor 30 Jahren ungefähr solch einen Ruf, wie Tantra heute. 

In Lützkewitz17 entsteht ein neuer Ort für Schönheit und Ruhe in paradiesischer Auenlandschaft. Julia und Helfried werden dort zukünftig öfter einladen, zum Beispiel für Treffen der Tantragemeinde, oder Sangha oder unsere Einweihungsparty am 5.10. 

Der gemeinnützige Verein  Tantragemeinde, Verein zur Förderung der tantrischen Weltanschauung (gemeinnützig zur Förderung der Religion im Sinne der AO) feiert am 3.10. seinen ersten Geburtstag mit einem Ritual-Tag in Lützkewitz. 

Im kommenden Tao Massage Seminar vom 3.-6.10.2024 in Aloha am See  nahe Brandenburg/Havel gibt es noch freie Plätze für Paare und Single Frauen. Infos unter http://in-berührung-sein.de/massagekurse-2/ und Anmelden kannst du dich auf Ernst webseite: https://www.sexualcoach.wien/seminar/seminaranmeldung-tao/

Das Diamond Lotus Berlin hat seit Mai 2024 einen neuen Standort im Wendland in Königshorst. Sie haben sich inzwischen in Königshorst gut eingelebt und bei mehreren Workshops die Teilnehmer schon ganz begeistert. Dazu ein Podcast von ihrer Terrasse: https://wild-life-tantra.de/p69

Stefan und Ves wandeln von Leipzig nach Weimar und geben ganz neu, individuelle Einzelbegleitungen an ihrem Lebensort an. 

Tantrakalender

Wir haben dir mal wieder alle bekannten Tantraveranstaltungen in und um Leipzig zusammengestellt. Über die eingefügten Link´s geht zu den näheren Infos im Tantrakalender. Spätere Termine und Nachträge findest du aktuell im Netz auf www.tantrazentrum-leipzig.de/tantrakalender

Und sonst?

Persönlich erlebe ich wieder eine Entwicklung, die mir zu denken gibt. Die Verbindung von feinstofflich wahrnehmend und emotional mitfühlend mit einer Tätigkeit beim Bau, wo Tonnen von Materie bewegt werden, ist schwierig. Eine abstrakte Frage ist, wie tantrische Weltanschauung in unserer Gesellschaft mehr Raum bekommen kann, ohne “Kasten-Unterschiede” zwischen denen, die “Arbeiten” und denen, die nach  Selbstverwirklichung streben. Persönlich fühlt sich die Frage ebenso schwierig an, da mir liebe Menschen mit meiner aktuell grobstofflichen Baustellenart nicht konfrontiert werden möchten. Ich fühle Dissonanz und bekomme sie nicht aufgelöst, zwischen dem “Tun, um geliebt zu werden” und dem Tun, um Bedürfnisse meiner Mitmenschen zu befrieden, also zu lieben; die Dissonanz zwischen Recht haben oder Glücklich sein; die Dissonanz zwischen Freundlich sein und Konflikte klären und auflösen. Alles Dualitäten, die an sich keine Widersprüche sein müssen. Ich schreibe dies hier so öffentlich, da ich denke, dass alle die hohe Kunst der Gratwanderung zwischen scheinbaren Widersprüchen noch perfektionieren können und wollen. Konfliktfähigkeit will genauso gelernt werden wie feinstoffliche Wahrnehmung. Ich übe weiter. 

Namasté – Ich grüße das Göttliche in dir.
Helfried & Birgit

Tantra in Leipzig – Rundbrief 40 (12/2023)

Liebe Tantrika und liebe Freunde, 

Vanessa und ich haben wieder einen neuen Rundbrief für euch. 

Der frühe Wintereinbruch bringt meine Baustelle zur Ruhe und lädt ein, nach innen zu gehen – auf der Baustelle ganz physisch, aber in diesem Rundbrief auch im übertragenen Sinne. Keime, die in der Erde liegen, lassen den Gedanken wachsen, später mal eine große Pflanze zu werden.

Die Tempelnächte der jüngeren Zeit sind für viele der erste Kontakt mit Tantra. Ein wundervolles vergangenes Einsteiger-Wochenende in kleiner Gruppe zeigte wieder das Bedürfnis nach mehr Selbsterfahrung und gemeinschaftlicher Kontinuität. Ab Februar 2024 wollen wir unseren Tantra-Grundkurs in neuem Format mit einem Wochenende beginnen, um dann über 12 Wochen in verbindlicher Gemeinschaft auf dem tantrischen Wege tiefer zu gehen. 

Kurznachrichten

Der Tantragemeinde e.V.  wurde mit über 40 Teilnehmenden am 3. Oktober mit einem Yantra-Ritual gegründet. Zurzeit sind wir geduldig, denn die Formulare liegen beim Amt. Wir geben dem Verein Raum & Zeit um zu keimen. Die ersten Gespräche über Veranstaltungen und zu Ideen werden bereits geführt und wir sind in Vorfreude auf das, was da kommen mag. Akteulle siehe tantragemeinde.de

Das Vamos Leipzig schließt zum Mai 2024 seine Türen. Wir bedauern sehr, diesen schönen Ort nicht mehr nutzen zu dürfen und sagen ´Auf Wiedersehen´.

In der Erich-Zeigner 64 entsteht ein Ort für Wachstum, Heilung und Begegnung durch die Initiative von Andreas Gran auf einer Fläche von 500 m² mit mehreren Gruppenräumen, die noch freie Kapazitäten haben. 

Das Diamond Lotus Berlin hat ab Mai 2024 einen neuen Standort im Wendland in Königshorst. Siehe auch https://www.youtube.com/watch?v=IiGu9lyBTHg

Immer wieder hören wir jetzt von Sexological Bodywork. Der grundlegende Unterschied zwischen Sexological Bodywork und Tantramassage ist, dass in der SexBod die Klient/in aktiv ist. Die Wünsche und Bewegungen selbst aussprechen und ausführen und die/der Begleitende geht auf meine z.B. Berührungswünsche ein. ´Ich bestimme, was ich möchte.´  Wohingegen die Tantramassage ein ´passives Hingeben´ in die gegebenen Berührungen ist. Beides führt zum selben Punkt – ich spüre mich und mein Inneres mit allem was da ist, oder eben (noch) nicht ist. Empfehlung für euch : Kristin Drotziger in Chemnitz https://freifuehlsein.com

Vanessa & Stefan machen erstmalig im Januar einen Tantraabend in Weimar

Grenzen und Sexualität

Ein Kollege auf der Baustelle fragte mich neulich, wie viele verschiedene Abstufungen wir im Tantra für sexuelle Energie kennen. Es fiel mir schwer, darauf zu antworten, denn dafür müssten wir erst mal abgrenzen, was Sexualität alles umfasst. Ich denke Lebensenergie ist nicht von sexueller Energie zu trennen. Gestern hörte ich im Deutschlandfunk eine Reportage über den Umgang einer größeren christlichen Gemeinschaft mit “Sexualisierter Gewalt”. Die interviewte Protagonistin berichtete, dass sie vor vielen Jahren in schwierigen Zeiten dort Zuflucht gesucht und gefunden hat, und dass der Ordensbruder sie nach längerer seelsorgerischer Betreuung unvermittelt auf die Stirn geküsst hatte. Diese Grenzüberschreitung hat sie gemeldet, im Folgenden wurde der Fall aufgearbeitet, sodass sie jetzt wieder Vertrauen in den Orden gefunden fand.   

    Wenn im Deutschlandfunk ein viele Jahre zurückliegender Kuss auf die Stirn eine Reportage wert ist, die die Anmoderation unter dem Thema “sexualisierter Gewalt” angekündigt, bestärkt mich das darin, den Begriff “Sexualität” eher weit zu fassen und als Ausdruck von Lebensfreude offensiv zu vertreten. Sexualität ist “Lebensenergie” und im engeren Sinne die Kraft, aus der neues Leben hervorgehen kann, also sehr starke Lebensenergie, die natürlich auch starke Emotionen auslöst. Sinnliche Berührung, emotionale Tiefe, fantasievolle Gedanken, ekstatischer Genuss gehören zu Sexualität dazu und gehen fließend ineinander über. Wir brauchen mehr abgestuften Umgang mit Grenzüberschreitungen. Angemessene Reaktion auf Rücksichtslosigkeit und Gewalt ist eine hohe Kunst, die wir alle üben sollten, gerade in der heutigen Zeit. Im Tantra gibt es zum Glück sichere Übungsfelder, gerade auch bezüglich emotional aufwühlender, sexueller Begegnungen. Es bleibt ein anspruchsvolles Feld.

Buchtip

DANIEL ODIER ~ TANTRA Eintauchen in die absolute Liebe

Das Lesen des Buches nahm mich, ganz am Anfang auf meinem tantrischen Weg, mit in mich selbst hinein. Berührt vom Schreiben von Daniel Odier, spürte ich die Wahrhaftigkeit hinter dem Leben selbst. Ein Buch, das für mich wahrhaft einen Weg zur absoluten Liebe aufzeigt. Immer wieder lesenswert! [Vanessa]

Tantrakalender siehe aktuell auf der Webseite, oder suche vergangene Veranstaltungen auch dort.

Und sonst? Ich wünsche dir in deiner Sadana (persönliche spirituellen Praxis ) eine Quelle für Glück und Zufriedenheit. Möge dein Mitgefühl sich erweitern und Mut und Tatkraft bringen.

Namasté
Helfried

Tantra in Leipzig – Rundbrief 39 (9/2023)

Hallo Ihr Lieben, “Der Verstand ist da, um Aufgaben zu lösen, aber du kannst den Verstand nicht benutzen, um nährende Beziehungen und den aktuellen Moment zu genießen.” So spricht sinngemäß die indische spirituelle Lehrerin Preethaji im Interview der philosophischen Zeitschrift Tattva Viveka über Probleme, die der Verstand erzeugt, wenn wir zu sehr mit ihm identifiziert sind. Das war für mich ein wichtiger Erkenntnis-Moment. Wenn in spirituellen Kreisen das wunderbare Werkzeug des Verstandes gegenüber den Gefühlen abqualifiziert wird, entsteht bei mir immer wieder Unbehagen. Verstand, Gefühle und Bedürfnisse sind Werkzeuge, um das Leben zu genießen. Keines steht über dem anderen, genauso wenig, wie ein Hammer wichtiger ist als eine Zange. Lebendigkeit genießen und humorvoll den Widrigkeiten begegnen – darum geht es.  

Am Ende fortgeschrittener persönlicher spiritueller Entwicklung lässt sich vielleicht die “Einheitserfahrung” genießen (wenn es dann noch solche Kategorien gibt), aber bis dahin suchen viele erst mal die “Gemeinschaftserfahrung”. Ich finde es legitim, “Gemeinschaft” als kleine Schwester der Einheitserfahrung zu sehen. Dabei spielt die Qualität der Gemeinschaft natürlich eine große Rolle. 

Mein Streben gilt einer kontinuierlichen tantrischen Gemeinschaft – einer Sangha. Und ich möchte mehr gesellschaftliche Anerkennung für Tantra. Zwei Gründe für einen gemeinnützigen Verein. Die Bestätigung vom Finanzamt, diesen Verein wegen Förderung der Religion als gemeinnützig anzuerkennen, haben wir schon (siehe Satzung). 

Das Konzept für diesen Verein ist: einerseits viele Fördermitglieder einzuladen, die die Idee durch einen Jahresbeitrag unterstützen und per Rundbrief informiert werden, aber sonst keine Verpflichtungen haben. Und Andererseit das Gemeinschaftsleben durch lokale aktive Tantra-Gruppen zu fördern – zusammen mit dem Streben nach Einheit. Die Vereinsstruktur soll Gruppen und Initiativen mit Ressourcen und Austausch unterstützen. Einladung zur Vereinsgründung am 3.10. ab 10h zum Brunch und Kennenlernen mit Open-Space-Workshops und von 16 bis 17 Uhr formelles Gründungs-Ritual. Wer nicht in Leipzig ist, kann sich gerne per Zoom online dazu gesellen und mit gründen.

Bevor wir uns in Gruppen zusammentun können, gibt es einiges zu lernen. Im Tantrazentrum möchten wir tantrische Grundlagen vermitteln. So werden Rituale, wie wir sie in der Sangha praktizieren, als Ernte der persönlichen spirituellen Praxis (Sadhana), um so reichhaltiger. Ganz besonders möchten wir euch ans Herz legen, gut Massieren zu lernen. Tantrische Berührungskunst ist sehr wertvoll.

Tantrakalender

die Liste ist auf der Webseite aktueller und übersichtlicher und für mich jedes mal einiger Formatieraufwand sie in die Mail zu transformieren. Daher bitte ich dich auf der Webseite weiter zu lesen, wer sonst noch was anbietet.

Wer tantrische Berührungskunst erleben möchte, kann auch professionelle Angebote nutzen. Wir haben für dich Adressen rausgesucht, bei denen du während einer Tantramassage entspannen kannst. Tu´ dir öfters was Gutes!

Kurznachrichten

  • Persönlich bin ich zur Zeit viel auf unserer Baustelle in Lützkewitz17. Daher bekomme ich nicht so viel von anderen Aktivitäten mit. 
  • Die Herbstsaison startet wieder mit vielen Angeboten. “Tempelnächte” verschiedener Anbieter erfreuen sich großer Beliebtheit. 
  • In Jena, bei der Eros Akademie, findet nun regelmäßig ein Berührungskreis statt. Termine und Kontakt findest Du hier → erosakademie.de
  • In Weimar haben Stefan Rohloff und Vanessa Angelopoulos (tantrische Tempelabende in Leipzig) nun Räumlichkeiten, wo sie dieses Jahr zu tantrischen Treffen einladen. Kontakt → vanessa-angelopoulos.de

Buchtip 

“Herz öffnen statt Kopf zerbrechen” von Safi Nidiaye. Es beschreibt sehr anschaulich praktische Methoden zur Selbstregulation und Verständnis für viele innere Prozesse. Im Kern geht es darum, unsere Gefühle zu fühlen und zu respektieren. Ein Ullstein-Taschenbuch für 11€. 

Und sonst? 

Ein besonderes Erlebnis hatte ich auf dem wunderschönen Cat&Cow-Festival. Bei meinem Tantra-Workshop mit einer Übung zur Konfliktfähigkeit musste ich leider erleben, dass “wir” viel zu nett sind. Abgestuftes und angemessenes Konfliktverhalten sollten mehr geübt werden. Von über 100 Teilnehmenden wurde eine einzige Frau ganz kurz ein wenig laut, obwohl Anschreien oder körperliche Auseinandersetzung nach wiederholten Grenzüberschreitungen angemessen gewesen wären. Eine Geräuschkulisse wie bei einer dynamischen Meditation hätte nicht gewundert. Woher sollen denn die “armen übergriffigen Täter wissen, wo die Grenze ist?” Natürlich gibt es bürgerliche Konventionen, die ungefragte Berührungen verbieten. Aber jenseits dessen brauchen wir auch lebendige Interaktion und dazugehörige Konfliktfähigkeit.

 “Frauen lernt lauter zu werden!” “Männer lernt mitfühlender zu werden!”

Weitere Meinungen blogge ich auf www.kulturtempel.de

Ich hoffe, dass du persönlich in deiner täglichen spirituellen Praxis (sadhana) eine Kraftquelle gefunden hast. Ich wünsche dir Glück und Zufriedenheit. Möge dein Mitgefühl sich erweitern und Mut und Tatkraft bringen. 

Namasté – Ich grüße das Göttliche in dir.

Helfried (und Vanessa, die an diesem Rundbrief mitgeschrieben hat)

Tantra in Leipzig – Rundbrief 38 (7/2023)

Hallo Ihr Lieben, 

der Sommer ist im vollem Gange und damit für einige die Festivalzeit. Beim Cat&Cow-Festival in Hohenmölsen wird es auch wieder viel Tantrisches geben. Der Yogatag lief gut und das Anukan-Festival im Lebensgut Pommritz war für mich inspirierend und schön, so viele bekannte Gesichter wiederzusehen.

Unsere Sangha, geht jetzt schon ins vierte Jahr. Es wird Zeit, die Strukturen anzupassen und zu differenzieren. So soll neben den Sonntagstreffen und der Massage-Gruppe und den Männer- und Frauengruppen eine lokale Gruppe “Thüringen” (Arbeitstitel) entstehen und als Dach für diese Vielfältigkeit wird der Tantragemeinde-Verein eine Rolle übernehmen.   

Kurznachrichten

Gleich mehrere Anbieter möchten auf Ausbildungen hinweisen. Was wir brauchen, sind mehr Menschen, die sich in freien Gruppen verantwortlich einbringen. Im Rahmen unserer Sangha und des Tantragmeinde-Vereins wird das Thema Gruppenleitung eine wichtige Rolle spielen. Das Bedürfnis nach Gemeinschaftlichkeit ist groß. Gesellschaftlich wären mehr eigenverantwortliche Gruppen und weniger Konsum von Dienstleistung auch gut. So eine Sichtweise entspricht zwar nicht dem Zeitgeist, aber der Zeitgeist ist in den letzten Jahren eh nicht gut drauf. 

Anukan bietet unter den Schlagworten “LIEBE, LUST UND HEILUNG”  gleich mehrere Jahrestraining bzw. Ausbildungen im AnuKan an. Mit dem gemeinnützigen Anukan Verein gibt es auch nach den Seminaren eine Perspektive für gemeinsames Tantra auf ehrenamtlicher Basis. Die Rundbriefe von Katrin Laux sind immer wieder inspirierend, z.B. mit der Frage: Woher nimmst du den Mut zu wachsen?

Das Diamond-Lotus macht eine “Yin-Yang-Massage-Offensive” und lädt professionell Yin-Yang-Massagen anbieter, herzlich ein, sich mit ihren Kontaktdaten auf der Yin-Yang-Massage-Seite eintragen zu lassen. 

Der erfahrene Leipziger Tantralehrer Johannes Bönig beteiligt sich mit Blogbeiträgen bei Diamond-Lotus und beschreibt seinen Zugang zu Tantra und die  freundschaftlichen Begegnungen mit dem Altmeister Andro..

Das nächste große Tantra-Festival, das Open Heart Festival von Secret-of-Tantra soll steht zwar noch nicht vor der Tür, aber die Termine stehen schon. Es soll vom 3.-7.7.2024 im Zegg stattfinden. Save the Date. 

Stefan Rohloff, ehemaliger Befree coleiter, und Vanessa Angelopoulos, gestalten regelmäßig im vamos in Leipzig tantrische Tempelabende  

Sandy Seidel aus Leipzig lädt ein zu Retreats nach Andalusien. 

Martina Künzel betreibt seit relativ neuer Zeit ein Seminarhaus in 09623 Frauenstein/ Nassau, welches für tantrische Veranstaltungen geeignet scheint. Das „Haus Gaia“ hat zwei Gruppenräume und Platz für ca. 28 Teilnehmer.

Vanessa berichtet begeistert vom Integralen Sommertreffen . Ein Erleben, über 4 Tage mit mehr als 100 Menschen aus unterschiedlicher Richtung.

gemeinnütziger Tantra-Verein

Wir laden alle Interessierten ein, den gemeinnützigen Verein zur Förderung der tantrischen Weltanschauung gemeinsam zu gründen. Am 3.10. (Tag der Einheit) treffen wir uns im Yogaladen-Leipzig. Dieses Projekt bietet die Chance im Rahmen unserer Gesellschaft, die viel von Institutionen geprägt wird, Tantra ein Stück mehr institutionelle Anerkennung zu verschaffen. 

Tantragemeinde klingt erstmal nicht so aufregend, aber ein wenig understatement schadet nicht. Vielleicht finden wir auch noch einen besseren Namen. Viele unterstützende Mitglieder ermöglichen eine effektive Arbeit beim Gruppenaufbau. Der Mensch als soziales Wesen möchte Gemeinschaft erleben. Gleichzeitig gibt es immer weniger freie Gruppen und gerade im Tantra überwiegen professionelle Dienstleistungsangebote. Das sollte sich ändern für eine liebevolle Gesellschaft. 

Ob du dich aktiv einbringst in deiner lokalen Gruppe, oder die Gemeinschaft einfach durch deinen Beitrag unterstützt, bleibt ganz dir überlassen. Für mehr Information schau auf Tantragemeinde.de

Buchtip 

Das Buch Frauen im Kommen von Regina Heckert fasst ihre Erkenntnisse aus mehr als 35 Jahren Seminar- und Vortragstätigkeit zusammen. Zwar ist es für Frauen geschrieben, aber es bietet auch allen interessierten Männern tiefe Einblicke in die manchmal unbegreifliche Frauenwelt. So werden frauenspezifische Themen schonungslos angesprochen. Viele Frauen trauen sich nicht, sie in ihre eigenen Worte zu fassen.